Siemens: ICN kurz vor der Gewinnschwelle
Jochen Steffens in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 06. Februar 2003 18:00 Uhr
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Die verlustreiche Festnetzsparte von Siemens ICN, Information and Communication Networks, soll in den USA kurz vor der Gewinnschwelle stehen. Das zumindest sagte der ICN-Chef Thoma Ganswind gestern in München. ICN stellt Geräte für die Kommunikation in festen Netzen her.
Im vorigen Quartal hatte ICN (WKN 723610) noch einen operativen Verlust von 151 Mio Euro bei einem Umsatz von 1,8 Mrd Euro erzielt. Die USA sind dabei mit einem Umsatzanteil von rund 14 % der zweitwichtigste Markt der Festnetzsparte. An erster Stelle steht Deutschland mit einem Umsatzanteil von 30 %. Gerade der US-Markt galt lange Zeit als Sorgenkind der ICN. Hier scheint nun der Turnaround erreicht.
Des Weiteren war heute im Handelsblatt zu lesen, dass der Chef der Siemens-Mobilfunksparte Rudi Lamprecht weitere Stellenstreichungen in dem Sektor künftig nicht ausschließen will. "Insbesondere wenn der Markt stärker als die erwarteten 5 bis 10 % einbrechen wird."
Trotz dieser eher guten Nachrichten fällt Siemens heute um 4,02 % auf 35,81 €. Siemens hält sich damit auf dem Niveau seiner Tiefstkurse aus dem September 2001 und dem Oktober 2002 zwischen 31 Euro und 35 Euro auf. Zwei Mal hat sich Siemens von diesen Tiefs wieder weit erholt. Einmal bis 80 Euro im Januar 2002 und einmal bis 52 Euro im Dezember 2002.
Doch diesmal sieht es schlechter aus. Im Moment kann man noch nicht ausmachen, ob die Tiefs halten. Die Chance, dass sie es nicht tun, ist dabei etwas höher. Dieser Eindruck würde sich nachhaltig ändern, wenn Siemens die 45 Euro wieder erreichen würde. Zurzeit kein Kauf.