Siemens: 74.000 Stellen in Gefahr?
Jochen Steffens in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 22. April 2004 18:00 Uhr
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Eine Meldung schockierte heute weniger die Märkte, vielmehr die Arbeitnehmer, besonders die von Siemens. Die IG-Metall rechnete bisher damit, dass 10.000 Stellen bei Siemens ins Ausland verlagert werden sollen. Siemens selbst redet von ca. 5.000 Stellen und bestreitet die Angaben der IG-Metall.
Heute nun kam der Gesamtbetriebsrat mit erschreckenden Zahlen. So sollen bis zu 74.000 der 170.000 Stellen von Siemens von einer Auslagerung ins Ausland betroffen sein. Doch der Betriebsrat geht noch darüber hinaus, das solle nur der Anfang sein, in letzter Konsequenz stehe sogar der Standort Deutschland als Ganzes in Frage. Bei den Plänen von Siemens handelt es sich um ein groß angelegtes Programm zur Arbeitsplatzvernichtung, so ein Sprecher der IG-Metall. Der Gesamtbetriebsrat kündigte harten Widerstand gegen diese Pläne an.
Siemens reagiert darauf und betitelte die Zahlen als reine Panikmache. Erneut bekräftigte der Konzern die Zahl von 5.000 Stellen. Allerdings müssten, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten, flexible Lösungen, wie Arbeitszeitverlängerungen diskutiert werden.
Man darf sich Fragen, wie sehr solche Zahlen die Arbeitnehmer in die Enge treiben und "erpressbar" machen.