Sichere Häfen!
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 23. März 2004 12:00 Uhr
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Sichere Häfen! Das ist das Stichwort des Tages. Wenn die Welt verrückt spielt – Stichwort Entwicklung im Nahen Osten –, dann besinnen sich die Anleger wieder auf die wirklichen und die vermeintlichen sicheren Häfen.
In erster Linie ist das natürlich das Gold. Aber auch der "kleine Bruder" des gelben Edelmetalls, nämlich das Silber. Dann natürlich der Schweizer Franken. Der ist allgemein ein wenig in Vergessenheit geraten, spielt seine Rolle als "sicherer Hafen" aber sehr gut. Ich behalte seine Entwicklung laufend im Auge. Und dann gibt es noch den Euro. Der ist zwar kein klassischer sicherer Hafen, aber wenn es irgendwo "kracht", dann ist es tendenziell so, dass der Dollar gegenüber dem Euro verkauft wird, was den Euro steigen lässt.
Alle diese sicheren Häfen konnten in den letzten Tagen zulegen. Der Euro am wenigsten, die anderen Kategorien dafür umso mehr. Aber gewonnen haben alle. Meine aktuelle Einschätzung:
Das Thema sichere Häfen ist noch lange nicht "out"! Meiner Ansicht nach könnte es zu einer neuen Gewaltspirale im Nahen Osten kommen. Ich hoffe es zwar nicht, aber ich kann Ihnen nur dringend raten, das besser einzukalkulieren. Und es sind ja nicht nur die "geopolitischen Unsicherheiten" (wie es so schön euphemistisch heißt), sondern es gibt ja auch handfeste wirtschaftliche Unsicherheiten, die die sicheren Häfen so aktuell werden lassen. Stichwort US-Wirtschaftserholung: Ist die wirklich so nachhaltig, wie es uns die Fed und das US-Wirtschaftsministerium glauben machen wollen? Die Zahlen zum US-Arbeitsmarkt sprechen bis jetzt noch dagegen.
Wenn es auch in diesem Bereich zu einer Ernüchterung kommen sollte – und die Erwartungen sind hoch –, dann ist dies ebenfalls ein gewichtiges Argument für sichere Häfen.
Wie Sie am besten vorgehen sollten?
Ich würde den heutigen, bis jetzt relativ ruhigen Handelstag, dazu nutzen, um Aktienbestände abzustoßen. Nehmen Sie insbesondere bei den Gewinnpositionen die aufgelaufenen Gewinne mit. Aktien sind die Anlagekategorie, die ich jetzt am wenigsten kaufen würde. Ausnahmen gibt es natürlich immer, aber die finden sich derzeit nur unter den Spezialwerten, nicht bei den Titeln von DAX, Eurostoxx oder Dow Jones.
Dann sollten Sie – falls noch nicht geschehen – unbedingt aufs Gold setzen. Natürlich nicht auf psychisches Gold, sondern auf Gold-Zertifikate. Da gibt es mehrere Möglichkeiten: Angefangen von einem 1:1 Goldzertifikat, das auch noch währungsgesichert ist bis zu den klassischen Gold-Optionsscheinen mit hohem Hebel. Ich habe einen solchen Schein den Lesern meines Börsenbriefs Optionsschein-Profits bereits am 2.2. und nochmal am 26.2. empfohlen, als der Goldkurs zwischen 392 und 395 Dollar stand. Das hat sich ausgezahlt, die Gewinne belaufen sich auf 22 % und 33 %. Aber das Ende der Fahnenstange ist hier noch lange nicht erreicht. Es lohnt sich immer noch einzusteigen!
Mein Vorschlag: Nutzen Sie Goldkurse unter 415 Dollar, um mit einem Gold-Optionsschein einzusteigen. Achten Sie darauf, dass die Laufzeit des Scheins mindestens ein Jahr beträgt, und der effektive Hebel (Omega) sollte bei mindestens 3 liegen. Der Basispreis sollte etwas unter dem aktuellen Kurs liegen. Dann zum Schweizer Franken. Gerade müssen für einen Euro rund 1,55 Schweizer Franken bezahlt werden. Ich würde Ihnen auch hier gerne einen entsprechenden Schein empfehlen, aber gerade gefällt mir beim Franken die Charttechnik nicht so gut. Da möchte ich lieber noch ein bisschen abwarten, um nicht genau unmittelbar vor einer kurzfristigen Gegenbewegung einzusteigen, die in die falsche Richtung laufen würde.
Jetzt zum Euro. Hier sind Sie hoffentlich ja seit gestern investiert, wenn Sie den von mir empfohlenen EUR/US$-Hamster Schein gekauft haben. Der hat sich ja auch schon sehr schön entwickelt, steht aktuell bei 5,82 Euro zu 5,89 Euro (Ankaufs-/Verkaufskurs des Emittenten), womit Sie schon in der Gewinnzone sind. Sie wissen: Dieser Schein steigt mit jedem Tag, den sich der Euro innerhalb der Bandbreite von 1,23 bis 1,29 befindet. Und aktuell steht der Euro in dieser Bandbreite, bei 1,2335. Da der Euro tendenziell eher steigen als fallen sollte, gefällt mir dieses Investment sehr gut. Selbst wenn der Euro überhaupt nichts macht, dann steigt dieser Schein. Da heißt es einfach: Weiter dranbleiben!
Bleibt noch das Silber. Meine Kunden wissen, dass ich seit Monaten, wenn nicht schon Jahren, auf den kleinen Bruder des Goldes setze. Ich hatte hier besonderes Nachholpotenzial gegenüber dem Gold geortet – was sich auch richtigerweise in einer zuletzt besseren Performance niedergeschlagen hat. Sehen Sie sich den Silber-Chart an, und Sie wissen, wovon ich spreche! Meinen besten Trade mit Silber konnte ich für meine Kunden Anfang des Jahres einfahren, als ich mit einem Silber Long-Zertifikat innerhalb von 3 Wochen einen Gewinn von 118,2 % eingefahren habe. Und Silber ist weiter kaufenswert, zu jedem Kurs unter 7,50 Dollar.
Ich werde jetzt aus dem Universum der Silber-Optionsscheine und Zertifikate den besten Schein heraussuchen.
Beste Grüße,
Michael Vaupel