Shanghai A Index: Wenig olympisch
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 8. August 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
die Freude auf den Beginn der olympischen Spiele in Peking ist den Aktionären in China seit Jahresbeginn schon deutlich vergangen. Nach einer achtmonatigen Rallye im vergangenen Jahr ,die beim Shanghai A-Index zu einer glatten Verdoppelung des Kursniveaus führte, sorgte die einsetzende Rohstoffhausse und der daraus resultierende starke Anstieg der Inflation für Ernüchterung. Die gesamten erzielten Kursgewinne wurden innerhalb von neun Monaten wieder getilgt und beendeten den Aktienrausch an einem weiteren Schwellenmarkt. Die mittelfristigen Aussichten für chinesische Aktien haben sich damit aber wesentlich verbessert, denn das Ende der Hochspekulation ermöglicht eine stabilere Entwicklung des Aktienmarktes.
Seit Mitte Juni handelt der Shanghai A-Index in einer engen Seitwärtshandelsspanne zwischen knapp 2.800 und 3.000 Punkten. Der scharfe Abwärtstrend konnte damit zunächst einmal verlassen werden, ohne dass sofort wieder neues Geld in den Markt geflossen wäre. Die Zurückhaltung gründet auf der politischen Unsicherheit, die im Vorfeld der Ausrichtung der olympischen Spiele die Investoren erfasst hat. Mögliche Terroranschläge und die starke Einschränkung der wirtschaftlichen Aktivitäten im Großraum Peking sowie eine restriktive Vergabe von Visa an Geschäftsleute mindern die Risikofreudigkeit der Anleger. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich dieser Knoten spätestens Mitte September, wenn die wegen der olympischen Spiele verfügten Beschränkungen wieder aufgehoben werden, löst.
Technisch gesehen sprechen der enorme Abstand des aktuellen Kursniveaus von 30 Prozent zur 200-Tage-Linie und die Notwendigkeit einer ausgeprägten Gegenbewegung auf die in den vergangenen Monaten erzielten Verluste für eine umfangreichere Erholung. Ein Überschreiten des Widerstandes um 3.000 Punkte sollte einen zügigen Anstieg bis rund 3.600 Punkte ermöglichen. Ein Unterschreiten der unteren Begrenzung der Seitwärtshandelsspanne bei 2.775 Punkten wäre hingegen negativ zu bewerten und würde eine Fortsetzung der Korrektur bis zur nächsten Unterstützung bei knapp 2.200 Punkten nach ziehen.
