Seltene Erden – weitere Mineralienvorkommen
Miriam Kraus in Nebenwerte Daily zum Thema Seltene Erden
vom 4. Februar 2011, 17:00 Uhr
ENL5454
Nun haben wir uns in den letzten Ausgabe sehr ausführlich darüber unterhalten, in welchen Gesteinskomplexen die Metalle der Seltenen Erden vorkommen und auch, welche Seltene Erden enthaltende Mineralien die wichtigsten sind. Doch Monazit und Bastnäsit sind nicht die einzigen "Quellen" für die Metalle der Seltenen Erden. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn diese Metalle kommen, wie wir wissen, in Wirklichkeit ja nicht gerade selten vor.
Heute möchte ich noch einmal auf ein paar andere Mineralien eingehen, die wichtige Quellen für Seltene Erden-Metalle sind.
Apatit
Auch der Apatit oder besser gesagt die Apatit-Gruppe fällt in die Klasse der Phosphate (Apatit enthält also auch Phosphor in seiner chemischen Zusammensetzung). Apatit kommt in Pegmatiten (magmatisches Gestein), Kalkstein oder auch Sedimentgestein vor.
Apatite enthalten in der Regel höhere Konzentrationen an Metallen der Seltenen Erden. Damit ist gemeint, dass die Konzentrationen höher sind, als nur Spurenelementkonzentrationen. Apatit findet sich oft in alpinen Klüften, also zum Beispiel auch in der Schweiz...aber auch in Colorado/USA und Skandinavien.
Und auch in Skandinavien gibt es wahrscheinlich das derzeit interessanteste Apatit-Vorkommen.
In der nordschwedischen Provinz Norbotten gibt es Apatite, die reich an Eisenerz sind auch leichte Seltene Erden- Metalle führen. In Kiruna fördert der staatliche schwedische Konzern LKAB bereits seit langem Eisenerz, verfügt aber auch über die Möglichkeit zur Produktion von Apatitkonzentrat. Hier könnten wohl zwischen 150.000 und 200.000 Tonnen pro Jahr produziert werden. Die Gehalte der Seltenen Erden als liegen hier zwischen 0,2 und 0,7%. So könnten in der Regel bis zu 300 bis 1.400 Tonnen an Seltenerd-Metallen als Nebenprodukt gefördert werden.
Loparit
Loparit gehört im Grunde zur Gruppe der Perowskite (Perowskit ist ein Kalzium-Titan-Oxid-Mineral). (Zur Information und weil es ganz interessant ist: eine Varietät des Perowskit, der Dysanalyt kommt (nach Knop 1877) in Kalkstein auch im Kaiserstuhl/Baden in Deutschland vor; der Dysanalyt enthält Niob; dies aber mal nur nebenbei..).
Der Loparit kommt in Pegmatiten vor, aber auch in Karbonatiten.
Der Loparit ist deshalb so interessant weil der derzeit einzig nennenswerte Abbau von Metallen der Seltenen Erden sich auf den Abbau von Loparitkonzentrat bezieht. Auf der Kola-Halbinsel in Russland gewinnt die Lovozerskaya GOK aus dem riesigen Lovozero Alkalikomplex ein solches Loparitkonzentrat, das neben Titan, Tantal und Niob auch im Durchschnitt rund 32% an Metallen der Seltenen Erden enthält. Die Ressourcen werden auf bis zu 4,4 Millionen Tonnen an Seltenen Erden geschätzt. Allerdings gibt es keine verbindlichen Aussagen bezüglich der abbauwürdigen Reserven.
Tone
In China schließlich gibt es auch Tonminerale, die Seltene Erden-Metalle enthalten. Diese Minerale gehen hauptsächlich auf verwitterten Granit zurück und enthalten in der Regel eher geringere Konzentrationen an Seltenerd-Metallen. Allerdings sind sie einfach abzubauen....
Ähnliche solcher Böden gibt es im Grunde überall in den Tropen, doch auch hier ist bislang noch nichts erforscht worden.
Im 2.Teil geht's weiter...
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