Seltene Erden – Phosphatlagerstätten
Miriam Kraus in Nebenwerte Daily zum Thema Seltene Erden
vom 28. Januar 2011, 17:00 Uhr
ENL5454
Am vergangenen Dienstag haben wir uns damit beschäftigt wo auf der Welt Seltene Erden-Metalle in Karbonatit-Komplexen zu finden sind. Doch die Metalle der Seltenen Erden kommen natürlich nicht nur in Karbonatit-Gestein vor, auch andere Lagerstätten enthalten mehr oder weniger abbauwürdige Mengen an diesen Metallen.
Phosphatlagerstätten
Auch hier möchte ich zunächst bei der übergeordneten Gruppe der Phosphate beginnen. In der Gruppe der Phosphate finden sich nämlich sehr wichtige Träger von Seltenerd-Metallen in Gesteinen. Eigentlich enthalten sogar die meisten Phosphatlagerstätten weltweit Anreicherungen an Metallen der Seltenen Erden - allerdings nicht immer im abbauwürdigen Bereich, meist nämlich nur im Promillebereich oder sogar noch weniger. Phosphatlagerstätten kennen Sie. Die entsprechenden Minerale, wie zum Beispiel Apatit, werden bereits vielerorts in großem Stil abgebaut zur Produktion von Phosphatdüngemitteln. Die größten Vorkommen gibt es in Russland, China, USA und Südafrika. Früher lag das Hauptvorkommen, welches inzwischen aber größtenteils ausgebeutet worden ist, auf der Pazifikinsel Nauru. Und auch Saudi-Arabien schickt sich an, die Ausbeutung seiner Phosphatvorkommen voranzutreiben.
Beim Abbau von Phosphat-Mineralen gilt es allerdings oftmals große Probleme zu überwinden, denn viele der Vorkommen sind mit Cadmium oder radioaktiven Schwermetallen belastet. Einige Phosphatlagerstätten dienen auch dem Abbau von Uran.
Doch kommen wir zurück zu den Seltenerd-Metallen...
Das wichtigste Mineral aus der Phosphat-Gruppe zur Gewinnung von Metallen der Seltenen Erden ist das Monazit.
Monazit
Monazit ist deshalb so wichtig, weil es, ähnlich wie das Bastnäsit, zwar hauptsächlich Anteile an leichten Seltenerd-Metallen enthält [und hier im Durchschnitt sogar höhere Anteile als das Bastnäsit] (bis zu 50% Cer, ca. 20% Lanthan und Neodym, und ca. 5% Praesodym), aber auch höhere Anteile an schweren Metallen der Seltenen Erden. Besonders interessant: Monazit kann bis zu 20% Thorium enthalten (welches ebenso wie Uran in Kernkraftwerken zur Energiegewinnung eingesetzt werden kann) und bis zu 1% Uranoxid.
Monazit (oder besser gesagt die Monazit-Minerale, denn eigentlich handelt es sich hierbei um eine ganze Gruppe an Monazit-Mischmineralien, je nach Anreicherung der Seltenerd-Metalle) kommt zwar hauptsächlich in granitischem Gestein vor, aber auch zum Beispiel in Karbonatiten.
So verwundert es nicht, dass auch hier Bayan Obo in China (die Lagerstätte enthält, wie ich schon in der letzten Ausgabe schrieb, sowohl Bastnäsit, als auch Monazit) als wichtigste primäre Lagerstätte gilt. Aber auch in Mountain Pass in Kalifornien und in Südafrika bei Naboomspruit wo Fluorit abgebaut wird, gibt es primäre Monazit-Lagerstätten.
Viel wichtiger aber sind die Monazit-Sande an Fluss- und Küstenstreifen (also Seifenlagerstätten), die es in verschiedenen Regionen der Welt gibt, unter anderem auch in Europa, und mit denen ich mich in der nächsten Ausgabe am kommenden Dienstag noch eingehender beschäftigen möchte.
Im 2.Teil habe ich für Sie heute zur Abwechslung (und damit Ihnen bei der ganzen "Gesteinskunde" nicht auf die Dauer doch noch langweilig wird...) noch einen Beitrag zum Handel mit Gold als Währung!
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