Seltene Erden: Modethema für 2012?
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Seltene Erden
vom 1. Februar 2012, 12:00 Uhr
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Trader´s Daily-Leser Philip D. schickte mir einen Artikel mit dem Titel "Ende der Euphorie" zu den Seltenen Erden. Er schrieb mir dazu:
"Wahrscheinlich kennen Sie diesen Artikel. Meines Erachtens ändert das nichts an den langfristig für seltene Erden positiven Aussichten. Die Tendenz nach unten, die hier beschrieben ist, dürfte eher kurz- bis mittelfristig gelten, oder? Allerdings machte mich stutzig, dass diese seltenen Erden nun doch nicht so selten sind, und so viele neue Minen entstehen. Das müsste doch auf die langfristigen Aussichten dann doch einen Einfluss haben, oder?"
Meine Antwort:
Zunächst einmal eine Klarstellung: Die "Seltenen Erden" sollten Sie nicht mit den von mir favorisierten strategischen Metallen in einen Topf werfen.
Zu Letzteren gehören Metalle, die für Zukunftstechnologien benötigt werden und sehr unterschiedliche Eigenschaften haben - sowie äußerst knapp sind.
Die Seltenen Erden (SE) hingegen sind auch Metalle, aber "selten" sind sie keineswegs. Wer mein neues Buch "Strategische Metalle für Investoren" gelesen hat, weiß:
Die Seltenen Erden gehören zum größten Teil nicht zu den seltenen Elementen in der Erdkruste, allerdings erreichen ihre Vorkommen nur in wenigen Fällen abbauwürdige Konzentrationen. Es gibt grundsätzlich drei verschiedene SE-Minerale, die wirtschaftlich abbauwürdig sind:
- Bastnäsit
- Monazit
- Xenotim
Die wichtigsten und rentabelsten Lagerstätten liegen im Nordosten Chinas (Shanxi und Innere Mongolei) und den USA (Kalifornien, Mountain Pass Mine, soll dieses Jahr die Förderung wiederaufnehmen). Die weltweiten Reserven liegen bei geschätzten 99 Mio. Tonnen. Nachgefragt wurden im Jahr 2010 rund 126.000 Tonnen. "Selten" ist etwas anderes!!
Grundsätzlich müsste also keine Knappheit bei diesen Rohstoffen bestehen. Es ist aber aus geopolitisch-strategischen Gründen so. Denn 2011 kamen zwischen 94 und 96% des weltweiten Angebots an SE aus China.
Die chinesische Führung hat verstärkt Maßnahmen ergriffen, um die Exporte von SE stärker kontrollieren zu können. So wurde die Zahl der Export-Lizenzen auf weniger Unternehmen begrenzt, die genehmigte Ausfuhr in Tonnen im letzten Jahr zurückgefahren, und auch letzten Monat wurden entsprechende Restriktionen vermeldet.
Künstliche Verknappung, ein Quasi-Monopolist (China) - DAS war der Grund dafür, dass die SE im Jahr 2010 und auch Anfang 2011 regelrecht explodierten.
Ich nenne Ihnen mal drei Metalle der Seltenen Erden (sind insgesamt 17), und zwar Neodym, Lanthan und Cer.
Anfang 2010 kosteten Lanthan und Cer zwischen 10 und 20 Dollar je Kilogramm. Anfang 2011 lagen die Preise bei über 140 Dollar je Kilogramm.
Oder Neodym (wird u.a. für Permanentmagneten benötigt, z.B. für Windenergie). Von knapp 30 Dollar Anfang 2010 explodierte der Preis auf über 300 Dollar in der Spitze ein Jahr später.
Das sind doch Preissteigerungen, von denen man als Investor gerne profitieren würde, oder?
Entsprechend waren die "Seltenen Erden" in diesem Zeitraum auch zwischenzeitlich ein Modethema.
Das hat sich erstmal erledigt, weil die Preise in der zweiten Jahreshälfte 2011 zurückkamen. Oh, oh, (Pseudo-Bedauern) da ging es um 10 oder 20 oder auch mal 25% nach unten mit den Preisen der Seltenen Erden. Ja, und? Achten Sie auf die vorher erzielten Preissteigerungen, die ich Ihnen gerade genannt habe. Eben.
Und jetzt naht der Versandtermin des Trader´s Daily, und ich komme gar nicht mehr zu meiner aktuellen Einschätzung. Voraussichtlich morgen dann!
Bis dahin,
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von D Trautmann (01.02. 2012 12:18 Uhr):
noch ne sehr wichtige Lagerstätte: Mt Weld in AUS von Lynas. Deren Fabrik in Malaysia legt bald los.
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