Sell in may?
Henrik Voigt (Gastbeitrag) in Investors Daily
vom 4. Mai 2010, 18:00 Uhr
ENL5454
mit dieser Handelswoche beginnt auch ein Monat, der klassisch für den Beginn von längeren Aktienmarktkorrekturen steht. Nun fällt nicht jeder Mai zwangsläufig mit einem Korrekturbeginn zusammen. Diesmal scheint die Wahrscheinlichkeit aber hoch zu sein, dass die etwas abgedroschene Börsenregel zutreffen wird. Immerhin laufen die Kurse schon seit Wochen seitwärts, in einigen Indizes sogar leicht abwärts.
Ich bin mir nicht sicher, welche Ereignisse diesmal als Korrekturgrund herhalten müssen, aber einige Möglichkeiten werde ich Ihnen nennen. Erst am Wochenende scheiterte ein Autobombenanschlag mitten in New York. Die Märkte gingen danach zwar zur Tagesordnung über, aber möglicherweise ist das Thema noch nicht ganz abgehakt. Zu dem Anschlag bekannten sich die pakistanischen Taliban, die bisher ausschließlich regional tätig wurden. Deren neue Zielrichtung sind aber nach eigenem Bekunden von nun an offenbar amerikanische Städte. Wenn das tatsächlich stimmen sollte und nicht nur reine Propaganda ist, dann könnte es in nächster Zeit noch einmal sehr ungemütlich werden. Allein eine diffuse Terrorgefahr kann extrem konsumdämpfend wirken.
Korrekturgründe gäbe es reichlich
Dagegen scheint die Griechenlandproblematik mit den diversen, inzwischen verabschiedeten Rettungspaketen abgehakt zu sein. Wirklich? Am Devisen- und Rentenmarkt jedenfalls zeichnet sich bisher keinerlei Entspannung ab und diese Märkte müssten zuerst eine positive Reaktion zeigen. Anscheinend sind die bisher ergriffenen Maßnahmen nicht besonders überzeugend. Die Ratingagentur Moody`s etwa moniert heute, dass die Griechenland in Aussicht gestellten Mittel keineswegs ausreichen.
Schließlich beunruhigt die Lage in der zweitwichtigsten Volkswirtschaft der Welt - in China - derzeit. Der dortige Aktienmarkt korrigiert seit vielen Monaten und scheint dies in letzter Zeit drastisch zu beschleunigen (ich berichtete). Glaubt man dem bekannten Investor Marc Faber, so steht die dortige Wirtschaft vor einem Abschwung. Die Wahrscheinlichkeit für einen Crash innerhalb der kommenden neun bis zwölf Monate habe zugenommen und die landesweite Immobilienblase könnte kurz vor dem Platzen stehen. Damit hätten dann auch die Chinesen ihre Immobilienkrise.
Gründe für eine Korrektur gäbe es also reichlich. Aber was wichtiger ist: Die technischen und die Sentiment-Indikatoren sprechen ebenfalls dafür. Noch ist aber nichts wirklich angebrannt und die Märkte halten sich in den meisten Segmenten noch tapfer. Denn auf der anderen Seite stehen
positive Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen. Wie die Lage derzeit aus technischer Sicht aussieht, dass zeige ich Ihnen im DAX Profits.
Viel Erfolg und herzliche Grüße
Ihr
Henrik Voigt
Den Börsendienst von Henrik Voigt können Sie jetzt 30 Tage gratis testen. Klicken Sie hier: Dax Profits