Selbst ist der Börsianer
Tom Firley in Investors Daily
vom 17. November 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
Sehr verehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
ernst ist die Börsenlage, heiter die Investoren-Kunst des Möglichen. Am Ende des Jahres (also ab jetzt) werden Sie sehr frequentiert mit der Werbung für verschiedene Fonds konfrontiert werden.
Falls Sie mit dem Gedanken spielen, sich auch einen Fonds ins Depot zu legen, sollten Sie vorher zwei Dinge überprüfen:
1.) Was "kostet" der Fonds; also jährliche Management-Gebühren, Ausgabe-Aufschlag etc.?
2.) Wie hat sich der Fonds in letzter Zeit gegenüber seinem Vergleichsindex entwickelt?
Bei der ersten Frage könnten Sie darüber nachdenken, ob es vielleicht Sinn macht, sich selbst die zusätzlichen Fonds-Kosten auszuzahlen, indem Sie auch selbst die Rolle des Fonds-Managers übernehmen. Zu Frage zwei:
Nehmen wir an, Sie wollen in einen Fonds investieren, der ausschließlich deutsche und amerikanische Blue Chips beinhaltet. Was hätte dieser Fonds in diesem Jahr bislang erreichen müssen? Da der Dax seit Jahresanfang etwa 20% gestiegen ist, müßte der Fonds nach Abzug aller Kosten also auch 20% gestiegen sein, müsste also in jedem Falle besser als der Vergleichsindex gelaufen sein.
Wichtiger aber: Gucken wir uns den Dax-Chart an, erkennen wir, wieviel der deutsche Blue-Chips-Fonds seit Mitte März hätte erreichen müssen: Etwa 58% in den letzten 7 Monaten. Eine Jahres-Rendite von über 100%...
Chart Dax

Wenn Sie einen Fonds kennen, der dieses Kunststück vollbracht hat, behalten Sie diesen und geben ihn nie wieder her. Falls nicht (und das nehme ich stark an) sollten Sie sich vielleicht wirklich einmal überlegen, ob Sie ihr Börsenglück nicht doch lieber selbst in die Hand nehmen wollen und eine ausgeklügelte Depot-Struktur entwickeln wollen. Der Investor-Verlag mit seinen zahlreichen Publikationen hilft Ihnen dabei.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley