Seitwärtsbewegung bei US-Aktien
unserem Korrespondenten Eric Fry in Manhattan in Investors Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 12. August 2003 18:00 Uhr
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Weder die Anleihen- noch die Aktienkurse haben per saldo zugelegt, seit Captain Greenspan am 13. Juni das 13. Mal in Folge die Leitzinsen gesenkt hatte. Seitdem ist die Rendite der 10jährigen Anleihen von rund 3 % auf mehr als 4 % explodiert, und die Aktienkurse haben sich seitwärts bewegt.
Letzte Woche ist die Rendite der 10jährigen Anleihen dann wieder etwas gefallen – auf 4,19 %. Und die Rendite der 30jährigen Anleihen ist auf 5,23 % zurückgekommen, nach 5,31 % eine Woche zuvor. Der Dow Jones hat letzte Woche per saldo 37 Punkte auf 9.191 Zähler zugelegt, während der Nasdaq 4 % auf 1.644 Punkte zurückkam.
Trotz einiger vernünftiger Quartalszahlen von Unternehmensseite waren die Ergebnisse des Technologiesektors insgesamt nicht gerade überwältigend gut. Es ist deshalb nicht überraschend, dass derzeit nur wenige Investoren weiterhin hoch bewertete Technologieaktien kaufen.
Und auch die Unternehmens-Insider kaufen diese teuren Aktien nicht. Im Gegenteil, sie haben letzten Monat nur für 73 Millionen Dollar eigene Aktien verkauft – aber dafür für satte 2,4 Milliarden Dollar verkauft! Mit anderen Worten – für jeden Dollar, den sie an eigenen Aktien kauften, haben sie 32,21 Dollar eigene Aktien VERKAUFT. Das normale Verkauf-Kauf-Verhältnis liegt bei 15 zu 1, laut Thomson Financial.
Das Verkauf-Kauf-Verhältnis ist seit 3 Monaten besonders bearish, so Alan Abelson vom Barron's Magazin. "Im letzten Jahrzehnt gab es das nur einmal, und das war in den drei Monaten von Juli bis September 2000. In den 12 darauf folgenden Monaten fiel der S&P 500 um 28 % – die schlechteste Jahresperformance der letzten 10 Jahre. Das sollte einem zu denken geben. Und wie wir schon früher ziemlich einfach geschlussfolgert haben – niemand verkauft eine Aktie, weil er denkt, dass sie steigen wird. Und wir sind davon überzeugt, dass das auch für die Unternehmensinsider wie Vorstandsvorsitzende, Finanzvorstände und andere gilt."
Leider bleiben Zeichen, die für eine NACHHALTIGE wirtschaftliche Erholung sprechen, ziemlich rar. Solange man nicht glaubt, dass schuldenfinanzierter Konsum die wirtschaftliche Erlösung ist, liefern die jüngsten wirtschaftlichen News keinen Anlass für größere Hoffnung auf einen Aufschwung.
Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Juli so schnell wie nie in den letzten 13 Monaten, und die Umsätze in Geschäften, die es seit mindestens einem Jahr gibt, sind um 4,3 % gestiegen. Aber es wird schwer sein, solche Wachstumszahlen auch in den nächsten Monaten durchzuhalten. Trotz der Zeichen, die für eine erneuerte wirtschaftliche Vitalität sprechen, weigert sich diese Volkswirtschaft einfach, neue Jobs zu schaffen.
Die Ankündigungen von Entlassungen sind im letzten Monat um 43 % gegenüber dem 2 1/2 Jahrestief im Juni gestiegen, laut der privaten Arbeitsvermittlung Challenger, Gray & Christmas. Und jetzt, wo die Zinsen steigen, werden wahrscheinlich die Hypothekenbanken Persona abbauen. "Inklusive den Hypothekenbankern könnten leicht ein paar Hunderttausend Leute entlassen werden, wenn das wiederholt wird, was bei vergleichbarem Umfeld in früheren Zyklen passiert ist", schätzen die Analysten von Contrary Investor.
Ich habe es schon oft gesagt, und es macht mir nichts aus, es noch einmal zu sagen: Konsumenten ohne Jobs geben nicht viel Geld aus. "Die große Frage ist, ob die Konsumenten genug tun können oder wollen, um die Wirtschaft so lange zu stützen, bis die Erholung eingeleitet ist", schreibt Andrew Kashdan von Apogee Research. "Und die Antwort, die Philip Arestis und Elias Karakitsos vom Levy Economics Institute liefern, wird den meisten Leuten nicht gefallen."
"Obwohl die Wertsteigerungen am Immobilienmarkt und die erhöhte Vergabe von Hypotheken Verluste des Aktienmarktes ausgleichen konnte, ist das Fazit eines Arbeitspapiers von Arestis und Karakitsos, dass 'der kurzfristige Ausblick unsicher bleibt', während 'der langfristige Ausblick düster ist'. Und Arestis und Karakitsos bezweifeln die Wirksamkeit der als Allheilmittel gepriesenen Steuer- und Zinssenkungen ( ...). Sie betonen, dass trotz eines Anstiegs des realen verfügbaren Einkommens die Angst vor Arbeitsplatzverlust das Ausgabenwachstum des durchschnittlichen Konsumenten gehemmt hat. Und die Bilanzen der privaten Haushalte sind ohnehin katastrophal, da die Schulden gestiegen sind, während die Vermögenswerte gefallen sind."
Mit anderen Worten: Die schwache Erholung der realen Wirtschaft hat kaum etwas zu tun mit der robusten Erholung an der Wall Street.