Sein eigenes Geld vernichten
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 14. Oktober 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Finanzkrieg!" so die Financial Times. In Nordamerika fahren die USA schwere Geschütze gegen China auf. Der US-Kongress hat eine Gesetzesvorlage vorgelegt, derzufolge China Währungs-Manipulator" genannt wird. Wie genau manipuliert China denn den Renminbi? Es hält ihn an den Dollar gekoppelt! Das, so Nancy Pelosi, Sprecherin des Hauses, bedeute eine signifikante Subvention, mache US-Produkte künstlich teurer, und zerstöre die Bemühungen, Industrie-Arbeitsplätze in Amerika zu schaffen und zu erhalten."
In Südamerika feuert Brasilien Salven Richtung Japan, Südkorea und Taiwan. Wir sind mitten in einem internationalen Währungskrieg", so Guido Mantega, der brasilianische Finanzminister. Was macht die genannten asiatischen Länder zu einem Ziel der brasilianischen Artillerie? Diese Staaten haben direkt am Devisenmarkt interveniert, indem sie ihre eigenen Währungen verkauften und - neben anderen Dingen - brasilianische Real kauften.
Bemerkenswert an diesen Gefechten ist, dass die Admirale ihre eigenen Schiffe aufgeben. Alle am Kampf Beteiligten schicken ihre eigenen Währungen wie Fußsoldaten nach vorne - und schießen ihnen dann in den Rücken. Sie versuchen alle, ihre Währungen nach unten zu managen", wie die Financial Times erklärt.
Währenddessen kann in Europa Irland seine eigene Währung nicht selber umbringen. Denn es hat gar keine eigene. In Irland gibt es den Euro. Zumindest im Moment; die Euro-Manager zögern; Irland wird sein Volk betrügen müssen, und seine Gläubiger. So hat Irland weitere 5 Mrd. Euro in die Anglo-Irish Bank gepumpt. Geld, welches die Regierung nicht hat.
Diese merkwürdigen Fakten führen zu meiner folgenden Überlegung in Bezug auf das gesamte System. Das Problem mit dem heutigen Kapitalismus ist, dass es nur noch wenig ehrenhaftes Kapital" im System gibt. Es ist durch Schulden und Betrug verloren gegangen. Realer Kapitalismus benötigt solides Kapital - Geld, dem man vertrauen kann. Aber das reale Geld ist vor fast 40 Jahren verschwunden.
Damals wurden die letzten Reste einer Goldbindung beseitigt. Seitdem sind alle Währungen reine Papiergeld-Währungen. Es gibt keine festen Begrenzungen mehr, stattdessen sind diese Papierwährungen reine Werkzeuge - welche angeblich von den Autoritäten dazu genutzt werden, Vollbeschäftigung und Wachstum zu fördern...aber in Wahrheit wenig mehr als monetäre Verbrechen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von dr klaus holzhausen (14.10. 2010 07:48 Uhr):
absolut richtig die geldvernichtung wird betrieben.ein verbrechen am volk und den unwissenden die die zeche bezahlen
Antworten - Kommentar von Franz Steinbauer (14.10. 2010 07:59 Uhr):
Der Versuch der USA mittels einer Drückung des Dollarkurses die Kompetivität gegenüber China zu verbessern ist voraussichtlich wenig effektiv: Erstens differieren die Einkommen der in der Industrie Beschäftigten in den USA und China um etwa den Faktor 10. Bei einem so großen Mißverhältniss kann selbst eine Halbierung des Dollarkurses nur wenig bewirken. Zweitens ändert sich an den grundsätzlichen Relationen wenig, wenn de facto eine Kopplung des Dollar/Yuan Kurses besteht. Man wird sehen, ob China den Yuan noch aufwertet. Ich bin hier allerdings pessimistisch, da die chinesische Politik erfahrungsgemäß nur chinesische Interessen kennt.
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