Seien Sie vorsichtig beim neuen Modetrend an der Börse!
Von Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 02. März 2007 17:00 Uhr
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Lieber Leser,
„vor ein paar Jahren habe ich 310.000 Euro mit Biotech-Aktien-Fonds verloren.“ Dieses Bekenntnis hat mich schon erstaunt. Denn meinen guten Bekannten, der mir seine dicken Verluste vor wenigen Tagen bei einem Glas Bier anvertraute, kenne ich sonst nämlich nur als grundsolide, überlegt und konservativ. Zumal hatte er bis dato nie etwas mit Aktien am Hut. Obendrein ist der Mann um 60, Freiberufler und braucht seine Ersparnisse eigentlich als Altersvorsorge oder zum Überbrücken längerer Auftragslöcher. Man müsste sich wirklich fragen: Wie kann es nur passieren, dass Anleger sich auf solche Experimente einlassen?
Die Erklärung ist dabei gar nicht so schwer. An der Börse heißt das „Bullenfalle“. Anleger schauen einem Aufschwung, vielleicht einem Boom, viel zu lange zu und steigen wirklich erst ganz am Ende ein, wenn die Hysterie und Kaufpanik kulminiert. Von dort geht es dann nur noch bergab.
Diese Gefahr sehe ich auch im Moment! Zwar nicht am breiten Markt. Denn die aktuelle Korrektur bei den Blue Chips und Nebenwerten deutet sicher nicht auf den Anfang vom Ende hin. Wie Sie wissen, hält die Gewinnentwicklung der Unternehmen seit längerer Zeit gut mit den Kursanstiegen mit. Die Bewertung im DAX beispielsweise liegt mit einem 13er-KGV auf Basis 2007 weit unter dem langjährigen Durchschnitt mit einem KGV um 20.
Die Gefahr lauert zur Zeit nur in Teilbereichen. Konkret: Bei Umweltaktien. Vielleicht ist Ihnen in den letzten Wochen auch die eine oder andere Werbung Ihrer Bank für Fonds, die auf Alternative Energien setzen, ins Haus geflattert. Das ganze wird noch flankiert durch plausible und überzeugende Titelstorys in Zeitungen und Zeitschriften. Und genau hier gehen die Probleme los: Um so mehr Themen-Fonds aus dem Boden sprießen, die auf Umwelt-Aktien setzen, und um so mehr Geld diese Fonds von „überzeugten“ Anlegern und Sparern einsaugen, um so wahrscheinlicher wird zuerst ein massiver Boom in den jeweiligen Branchen und danach ein anschließender heftiger Crash.
Klima und Umwelt sind zur Zeit wirklich allgegenwärtig. Denken Sie nur an die Aussagen unserer Kanzlerin Angela Merkel zum Klima. Oder die Medien. Alleine gestern stieß ich beim Zappen auf 4 Fernsehbeiträge, die sich fast zeitgleich dem Thema widmeten. Das dringt den Leuten ins Gedächtnis. Viele Sparer, Anleger und Börsianer wittern die großen Gewinne und wollen auf den Umweltzug aufspringen. Banken und Fondsgesellschaften freuen sich in Folge davon über den Mittelzufluss ungeheurer Beträge zur Anlage in den Sektoren. Die Kurse der Firmen der Branche explodieren.
[Fortsetzung weiter unten]
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