Schwellenländer schieben die internationale Konjunktur an
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 7. Januar 2010, 17:00 Uhr
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als ich heute morgen die Schlagzeilen nach spannenden Geschichten rund um die Nebenwerte gescant" habe, ist mir etwas lustiges aufgefallen. Auf einer Finanzseite sprang mich die Überschrift an: DAX eiskalt erwischt"! Da habe ich mir doch wirklich die Augen gerieben, auch wenn heute früh die Temperaturen im ansonsten gemütlich warmen Rheinland recht frisch waren! Aber von DAX eiskalt erwischt" zu sprechen, ist doch mehr als übertrieben und zeugt von den Nöten der Finanzpresse, Sie zu unterhalten und um jeden Preis Ihre Emotionen aufrecht zu erhalten. Immerhin befinden wir uns momentan in einer unglaublichen Aufwärtstrendphase und seit ihren Tiefs haben die internationalen Indizes etwa 55 Prozent zugelegt. Da finde ich es ja fast schon lächerlich, einen temporären Dipp von einem halben Prozentpünktchen überhaupt als Aufmacher zu verwenden! Aber an diesem Beispiel erkennt man gut, warum man sich lieber auf den internen Markt als auf die Börsenkommentare verlassen sollte.
Schwellenländer koppeln sich ab
Trotzdem habe ich heute aber doch noch ein wirklich spannendes Thema für Sie gefunden, welches belegt, warum man sich nicht nur auf die heimischen Nebenwerte konzentrieren sollte. Die international agierende HSBC Bank hat eine Studie veröffentlicht, nach der die Industrie- und Dienstleistungssektoren der Schwellenländer im vierten Quartal 2009 so stark gewachsen sind wie seit zwei Jahren nicht mehr. Mit der erneuten Wachstumsbeschleunigung
haben die Emerging Markets bei der globalen Erholung der Wirtschaft
die Führungsrolle übernommen. Dies signalisiert ein hauseigener Indikator der Bank, der den Zustand der Volkswirtschaft von Schwellenländern umfassend spiegelt. Der Index basiert auf Umfrageergebnissen von über 5.000 Einkaufsmanagern von Firmen in 13 Ländern. Die stärksten Wachstumsimpulse lieferten demnach die industriellen Exporte. Hier legten die Exportbestellungen im vierten Quartal 2009 so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr zu.
Laut HSBC Bank verlagert sich der Schwerpunkt der Weltwirtschaft zusehends Richtung Osten, wobei sich die Schwellenländer im Zuge der stärkeren Verflechtung untereinander zunehmend von der Entwicklung in den westlichen Volkswirtschaften abkoppeln. Deutlich wird auch die immer schneller wachsende Bedeutung von China, welches wahrscheinlich noch in diesem Herbst des Jahres 2010 Deutschland als Exportweltmeister ablösen wird. Aber auch die Schwellenländer rings um China profitieren mit ihren Exporten nach China von dessen Erfolg.
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