Schweizer Goldmünzen für weniger als den Metallpreis
Von Dr. Steve Sjuggerud in Investoren Wissen
vom 26. April 2005 16:00 Uhr
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Vergangene Woche kaufte ich in Zürich für einen Spottpreis eine Goldmünze des Schweizer Franken von 1897.
Ich kaufte sie bei einer der bekanntesten Schweizer Banken. Die Münze ist in einem ganz tollen Zustand. Ein reines Sammlerstück, dass überhaupt nie als Zahlungsmittel in Umlauf kam. Sie ist über 100 Jahre alt. Und unglaublich, ich kaufte sie für weniger, als ihren Goldwert. Ja, ich zahlte weniger, als den Metallpreis.
Sie ist nicht nur im Originalzustand, sondern obendrein ziemlich selten ... nur 400.000 Stück wurden davon 1897 geprägt. Aber nicht viele sind noch erhalten ... Wie man mir gesagt hat, haben die Schweizer viele davon eingeschmolzen.
Gestern war ich mit dem ehemaligen Chef der Münzhändler einer der größten Schweizer Banken beim Frühstück. Und er erzählte mir eine Geschichte über das Einschmelzen, die ich mir genau eingeprägt habe.
Er war Chef in der Abteilung während der Boomzeit von Goldmünzen in den 80er Jahren. Er hat jetzt ein Münzgeschäft in Zürich. (Ich war heute gleich zwei mal in dem Geschäft und kaufte einige Münzen von ihm. Zürich ist teuer. Aber Münzen sind billig!)
Also, auf jeden Fall haben die Schweizer eine große Zahl an Goldmünzen eingeschmolzen. Der ehemalige Schweizer Banker sagte "ich weiß nicht wie viele hunderttausend es waren".
Außer denen, die noch im Originalzustand sind, wie die, die ich gekauft habe, sind alle anderen verschwunden und wurden eingeschmolzen. Sie können es vom Blickwinkel der Bank betrachten ... seit Münzen nur etwa den Goldpreis bringen, macht es keinen Sinn, sie zu lagern.
Ich kaufte die Münze in der Bank vor einigen Stunden. Zum gegenwärtigen Wechselkurs und Goldpreis zahlte ich 79,35 $ dafür, bei einem Metallpreis von 80,69 $. Unglaublich.
Wie Sie sich denken können, kaufte ich nicht nur eine einzige Münze. Ich kaufte auch eine von 1904.
Aber ich zahlte nicht den Materialpreis. Ich zahlte 200 Schweizer Franken oder 169 $ für diese spezielle Münze. Warum? Weil es eine günstige Gelegenheit war. Lassen Sie mich erklären:
Die Schweizer prägten nur 100.000 von diesen 20 Franken Goldmünzen im Jahr 1904. Wer weiß, wie viele davon seither wieder eingeschmolzen wurden? Und wer weiß, wie viele davon noch im Originalzustand wie diese existieren?
NGC, die Gesellschaft, die Goldmünzen bewertet, hat nur für drei dieser Münzen von 1904 die Bestnote vergeben. Meiner Schätzung nach, wenn diese Münze eine US-Goldmünze wäre, würde sie einige tausend Dollar wert sein. Aber weil es eine Schweizer Münze ist, habe ich nur 169 $ gezahlt.
Es scheint, dass sich niemand in der Schweiz für Goldmünzen interessiert.
PS: Ich höre oft von gerissenen Lesern: "Steve, wissen Sie nicht, dass Gold in Dollar gehandelt wird. Falls der Dollar steigt, sollte der Goldpreis gleichzeitig sinken. Sie können nicht gleichzeitig Dollar und Goldmünzen besitzen!"
Also wir leben in einer einmaligen Zeit. Auf Jahressicht ist der Dollar gegenüber dem Euro um mehr als vier Prozent gestiegen. Und im selben Zeitraum ist der Goldpreis aber nur um ein Prozent gefallen, von 438 auf 434 $. Also nicht genau eins zu eins. Und es wird besser. Wenn der Aufschlag der Goldmünzen auf den reinen Metallpreis steigt (die einzige Richtung, die möglich ist), dann kann man in den nächsten 12 bis 18 Monaten Geld mit dem US-Dollar und mit Goldmünzen verdienen.
Sicher, der Dollar stinkt, aber andere Währungen stinken noch stärker. Für freche Trader ist der beste Trade Gold zu kaufen und in Euro short zu gehen. Für normale Leute ist das richtige Geschäft Goldmünzen auf lange Sicht zu haben. Und Dollar, nicht Euro, auf kurze Sicht.