Schwaches erstes Quartal…
Martin Weiss in Investors Daily
vom 30. April 2007 18:00 Uhr
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Auch in der vergangenen Handelswoche herrschte Partylaune an den Aktienmärkten. Der deutsche Leitindex ging nur knapp unter der Marke von 7400 Punkten ins Wochenende.
Auch nach fast 1000 Plus-Punkten in gut einem Monat scheint das Ende der Fahnenstange im Dax noch nicht ganz erreicht zu sein. Heiße Übernahmespekulationen und die überreichlich vorhandene Liquidität dürften auch in nächster Zukunft stützend wirken.
Sehr aufschlussreich ist des weiteren, daß diverse Störfaktoren schlichtweg übersehen werden.
Deutlich schwächer als erwartet
Indes zeigt sich immer deutlicher, daß einer dieser Störfaktoren – eine schwächelnde US-Wirtschaft – immer akuter wird. Das Wachstum im ersten Quartal überraschte mit einem annualisierten Plus in Höhe von 1,3 Prozent negativ. Im Konsens wurde eine Wachstumsrate von 1,8 Prozent erwartet. Laut der ersten Schätzung des Handelsministerium handelt es sich um das schwächste Wachstum seit vier Jahren.
Immobilienkrise belastet
Nicht zuletzt die Verwerfungen am Immobilienmarkt wiegen schwer. So sinken seit acht Monaten in Folge die Preise. Und Anzeichen dafür, daß dieser Trend bald dreht, gibt es kaum.
Mittlerweile sind 63 (!!!) Hypothekenfinanzierer nicht mehr aktiv. Ferner sind die Ausgaben für den Erwerb eines Eigenheimes in den ersten drei Monaten dieses Jahres um mehr als ein Sechstel eingebrochen.
Euro im Rekordfieber
Auch die Dollar-Schwäche spielt indes am Aktienmarkt noch (!!!) keine Rolle. Nach der Bekanntgabe der schwachen US-Wirtschaftsdaten kletterte der Euro auf ein neues Allzeithoch bei 1,3682 Dollar. Das alte Hoch bei 1,3670 vom Dezember 2004 wurde überschritten. Es spricht zudem kaum etwas dafür, daß urplötzlich sich das Pendel wieder zugunsten des Dollar wendet. Allerspätestens bei 1,40 wird das Thema „Dollar-Krise“ auch auf der agenda der Aktienmärkte stehen.
Goldpreis gedrückt
Trotz der schwächelnden US-Währung gelang es dem gelben Edelmetall nicht, weiter Boden in Richtung 700 Dollar gut zu machen. Im Wochenverlauf fiel der Goldpreis bis in den Bereich von 670 Dollar zurück, ehe am Freitag eine leichte Erholung anstand.
Eine sehr große Long-Position spekulativ orientierter Fonds wie auch die Saisonalität sprechen dafür, daß kurzfristig der Weg etwas holpriger werden könnte.
Gerade ein möglicher Rücksetzer in den Bereich von 640 Dollar könnte aber die letzte günstige Einstiegsgelegenheit vor dem Steigflug in Richtung Allzeithoch sein.
Insofern bietet es sich an, gerade diese mögliche Zwischenkorrektur konsequent als Kaufchance zu nutzen.