Schwacher Euro unterstützt Euro-Goldpreis
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 7. Januar 2011, 20:00 Uhr
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In der vergangenen Woche haben sich die Aktienmärkte freundlicher entwickelt. Der DAX legte im Wochenvergleich rund 0,5% zu. Der Nikkei konnte sogar ein Wochenplus von 3% verbuchen. Der Shanghai Composite Index verbuchte ein Plus von 1% im Vergleich zum Schlusskurs der Vorwoche. Der Dow Jones notiert aktuell mit 0,6% im Plus im Wochenvergleich.
Konjunkturdaten
Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im vergangenen Jahr um 0,5% gestiegen gegenüber dem Vorjahr. Die Monatsstatistik weist für November 2010 einen Zuwachs von 1,1% aus gegenüber dem Vorjahresmonat. Stattdessen gibt die Bundesagentur für Arbeit an, dass sich die Zahl der Erwerbslosen im Dezember 2010 um 85.000 erhöht hat. Das DIW prognostiziert für 2011 ein Wachstum der Deutschen Wirtschaft in Höhe von 2,2% und für 2012 ein Wachstum in Höhe von 1,3%. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilt, haben sich die Auftragseingänge in der Industrie im November um 5,2% erhöht. Besonderen Zuwachs verbuchten die Auslandsbestellungen mit einem Plus von 8,2%. Dagegen sind die deutschen Einzelhandelsumsätze im November bereinigt um 1,9% gesunken. Zudem hat sich im November der deutschen Außenhandelsüberschuss von 16 Milliarden Euro im Vorjahresmonat auf 12,9 Milliarden Euro verringert. Die Leistungsbilanz schloss mit einem Plus von 12 Milliarden Euro, nach 15,2 Milliarden Euro im Vorjahresmonat, nach vorläufigen Berechnungen der Bundesbank. Zudem ist die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe im November um 0,7% gesunken.
Wie Eurostat schätzt, sind die Verbraucherpreise in der Eurozone im Dezember beschleunigt weiter gestiegen. Die jährliche Inflationsrate stieg auf 2,2%, nach 1,9% im Vormonat. Ferner sind die Auftragseingänge in der europäischen Industrie im Oktober 2010 gestiegen. Für die Eurozone ergibt sich ein Plus von 1,4% gegenüber dem Vormonat, für die EU27 ein Plus von 0,6% gegenüber dem Vormonat. Dagegen ist das Absatzvolumen im europäischen Einzelhandel im November gesunken. Für die Eurozone ergibt sich ein Minus von 0,8%, für die EU27 ein Minus von 0,4% gegenüber dem Vormonat. Dagegen hat sich das Geschäftsklima in der Eurozone nach Angaben der EU-Kommission im Dezember verbessert. Der entsprechende Index stieg von +0,91 Punkten auf +1,31 Punkte. Das entspricht dem höchsten Wert seit Juni 2007. Zudem hat sich die Wirtschaftsstimmung verbessert. Der entsprechende Index stieg von 105,1 Punkten im November auf 106,1 Punkte im Dezember für die EU27, und von 105,1 Punkten auf 106,2 Punkte für die Eurozone. In der Eurozone verharrte die Arbeitslosenquote im November bei 10,1% und in der EU27 bei 9,6%.
Aus den USA meldet das ISM, dass sich die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes im Dezember 2010 verbessert haben. Der entsprechende Index stieg von 56,6 Punkten im Vormonat auf 57 Punkte. Erwartet worden war allerdings ein Wert von 57,3 Punkten.Auch die Geschäftsaktivitäten des Dienstleistungssektors haben sich nach ISM Angaben im Dezember verbessert. Der entsprechende Index stieg von 55 Punkten im Vormonat auf 57,1 Punkte. Wie dass US-Handelsministerium bekannt gab, sind die Auftragseingänge für Industriegüter im November um 0,7% gestiegen gegenüber dem Vormonat. Bei Gütern mit einer Nutzungsdauer von über 3 Jahren allerdings ergab sich ein Minus von 0,3%. Nach Angaben des US-Arbeitsministerium stieg die Zahl der Beschäftigen außerhalb der Landwirtschaft im Dezember um 103.000 gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank auf 9,4%.
Wie das chinesische nationale Statistikbüro bekannt gab, ist der Geschäftsklimaindex in China im 4.Quartal 2010 von 135,9 Punkten auf 137 Punkte gestiegen.
FED bleibt pessimistisch
Trotz positiverer Daten aus den USA, scheint sich die US-Notenbank FED davon nicht beeindrucken lassen zu wollen und zeichnet nach wie vor eher ein verhaltenes, aber wohl auch realistisches Bild. Zwar, so meint die FED, verbessert sich die Wirtschaft, aber die Arbeitslosigkeit bleibt unakzeptabel hoch. Daraus zieht die FED, wie gewohnt, folgenden Schluss: da die Aussichten, trotz aktuell etwas positiverer Daten, verhalten bleiben, besteht kein Anlass, dass 600 Milliarden USD schwere Anleihen-Aufkaufprogramm zurück zu fahren.
Devisen
Lesen Sie hierzu folgenden Auszug aus Devisen-Monitor vom 07.01.2010:
"Der Druck auf die europäische Gemeinschaftswährung lässt nicht nach, obwohl China dem Euro den Rücken stärkt und obgleich nun mittlerweile sogar der US-Finanzminister vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA warnt. Doch die Marktteilnehmer zeigen sich offenbar verschnupft, weil die EU künftig die Gläubiger verstärkt an Bankenrettungen beteiligen will.
China stärkt Europa den Rücken
Und wieder erweist China uns Europäern die Ehre des Vertrauens." Der Euro und die europäischen Finanzmärkte sind ein wichtiger Teil des weltweiten Finanzsystems und war, ist und wird eine der wichtigsten Investmentregionen für Chinas Devisenreserven sein", so äußert sich heute Yi Gang, seines Zeichens Governor der chinesischen Zentralbank. Doch Yi folgt damit nur noch einmal den Kommentaren des chinesischen Vize-Premierministers der bereits zu Beginn der Woche noch einmal Vertrauen in Spaniens Finanzmarkt bekräftigt hatte. Grundsätzlich versprach Vize-Premier Li bei seinem Europa-Besuch, China werde den EU-Staaten in ihrer Schuldenkrise auch weiterhin (durch den Kauf von Staatsanleihen) zur Seite stehen und erklärte China habe überdies ein Interesse an einem stabilen Euro.
Geithner warnt vor Zahlungsunfähigkeit der USA
Angesichts dessen, dass nun auch der US-Finanzminister gemerkt hat, wie überaus gefährlich allerdings die US-Schuldenlage ist, verwundert es eigentlich nicht, dass China das kleinere Übel wählt und sogar Staatsanleihen überschuldeter europäischer Staaten den US-Anleihen vorzieht. Die US-Staatsschulden haben mittlerweile die 14 Billionen US-Dollar-Grenze überschritten (was eigentlich nur wenig verwunderlich ist) und steuern damit langsam auf die Schulden-Obergrenze bei 14,3 Billionen USD zu. Diese Grenze sollte tunlichst nicht überschritten werden, denn sonst droht die Zahlungsunfähigkeit, weshalb Geithner nun vom US-Kongress die Anhebung der Schulden-Obergrenze fordert. Allerdings sollte sich der Kongress beeilen, denn in dem Tempo, in welchem die US-Schulden bislang angestiegen sind, dürfte die Zahlungsunfähigkeit ansonsten schon im aktuellen Quartal anstehen. Na ja, ist ja trotzdem kein Grund für die Rating-Agenturen ihre aktuelle Einschätzung zu überdenken und den Markt scheint die verheerende US-Schuldenlage auch immer noch nicht wirklich zu interessieren.
EU-Kommission will später einmal die Gläubiger an Bankenrettung beteiligen
Stattdessen ist der Markt beleidigt, weil die EU-Kommission, allerdings erst ab 2013, eventuell neue Regeln einführen will, um künftig Gläubiger und Aktionäre stärker an Bankenrettungen zu beteiligen. Noch gibt's von dieser Front nichts Konkretes, aber die Überlegung in Zukunft weniger den Steuerzahler, dafür stärker die Gläubiger an künftigen Verlusten der Banken zu beteiligen stößt natürlich bei den Marktteilnehmern nicht auf viel Gegenliebe.
Und so rauscht EUR/USD immer weiter in den Keller, weist langsam ein überverkauftes Szenario auf und ist mittlerweile bei unter 1,30 gelandet. Doch mit dem Bruch der 1,3083 nimmt der Druck zu, trotz des mittlerweile überverkauften Szenarios."
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2928.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Energie
Die Ölpreise haben in dieser Woche mit hoher Schwankungsbreite zwar, aber generell vor allem zum Ende der Woche hin abgegeben. Zudem besteht eine deutliche Preisdifferenz zwischen WTI und Brent Crude, die vor allem auf die höhere Verfügbarkeit bei WTI zurückzuführen ist. Allerdings beträgt der Aufschlag für Brent gegenüber WTI mittlerweile über 6 USD, was Übertreibungseffekte in sich birgt.
Obgleich laut US-Energieministerium die US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche um 4,2 Millionen Barrel gesunken sind, zeichnet die Lagerbestandsentwicklung am Knotenpunkt Cushing ein komplett anderes Bild. Dementsprechend ist davon auszugehen, dass der Rückgang der Rohöllagerbestände weniger auf eine steigende Nachfrage, als vielmehr auf einen Abbau durch die Raffinerien zurückzuführen ist.
Aktuell notiert WTI zur Lieferung im Februar bei 87,74 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Februar notiert aktuell bei 93,13 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange.
Metalle
Edelmetalle
Auch der Goldpreis in USD gab in dieser Woche nach, belastet vor allem durch die USD-Stärke und positive Konjunkturdaten aus den USA.
So notierte der Goldpreis in USD noch zu Beginn der Woche bei über 1.420 USD pro Unze und fiel am Freitag bis auf ein Tief bei 1.322 USD. Ein Level, welches aber sogleich erneut Käufer anzog - unterstützend wirkten auch die Sorgen des US-Finanzministers in Bezug auf die Schuldenlage der USA.
Gold in USD notiert aktuell bei 1.369,85 US-Dollar pro Feinunze.
Dagegen kann der Goldpreis in Euro vom schwachen Euro und der allgemeinen anhaltenden Unsicherheit in Bezug auf Europas Schuldenproblematik profitieren und konnte nach seinem Rückgang zu Beginn der Woche ab Mitte der Woche wieder deutlich zulegen und stieg am Freitag bis auf ein Hoch bei 1.062 Euro pro Feinunze.
Aktuell notiert Gold in Euro bei 1.059 Euro pro Feinunze.
Basismetalle
Konjunkturmetall Kupfer musste ebenfalls auch in dieser Woche weiter abgeben. Hier belasten zum einen die USD-Entwicklung, aber vor allem auch die Straffungsbemühungen seitens Chinas nach wie vor, welche die Sorgen in Bezug auf eine möglicherweise nachlassende Nachfrage unterstützen.
Hinzu kommen steigenden Lagerbestände an der LME, sowie in Shanghai, wo die Kupferbestände mittlerweile auf das höchste Level seit Juni vergangenen Jahres gestiegen sind.
Kupfer zur Lieferung im März notiert aktuell bei 4,28 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.