Schwacher Euro stützt Exporte

Klaus Buhl in zum Thema Aktien
vom


hoffentlich haben Sie ein ruhiges Wochenende verbracht und es geschafft, sich ein wenig von dem medialen Sperrfeuer um die Euro-Krise auszuklinken. Manchmal hilft es wirklich, einen klaren Kopf zu behalten, in dem man einfach mal den Fernseher ausschaltet. Immerhin konnte die vergangene Börsenwoche trotz des schwachen Freitags mit einem Kursplus beendet werden. Und auch heute halten wichtige charttechnische Unterstützungen und die Lage sieht für die Bullen gar nicht mal so übel aus. Ich bin wirklich nicht der Meinung, dass nun alles schlagfertig gut wird und wir in einem intakten wirtschaftlichen Umfeld leben. Aber Währungsschwankungen gab es auch schon zu Zeiten der Bundesbank.


Der US-Dollar ist nicht besser dran

Wenn man die Presse verfolgt muss man fast annehmen, es hätte früher keine Schwächeperioden der guten alten Mark oder des Euro gegeben. Dabei gab es immer wieder während der Jahrzehnte nach dem Krieg (wenn auch kurze) Perioden, in denen die D-Mark gegen den US-Dollar an Boden verlor. Immerhin wurde erst vor einem Jahr das Ende des US-Dollar als internationale Leitwährung diskutiert. Aber noch etwas ist mir sehr wichtig. Genauso wie Kurssteigerungen und Baissen am Aktienmarkt absolut zyklisch sind, verhält es sich auch mit Währungen. Mir ist zumindest noch kein Währungspaar aufgefallen, welches nur in eine Richtung tendiert. Sogar der als Festung" betrachtete Schweizer Franken hatte schon Perioden, in denen er zum Euro abwertete. Dies geschah meist auf dem Höhepunkt von Problemen und Krisen". Aber immer genau dann, wenn man es nicht erwartet hätte. Natürlich ziehen aktuell viele internationale Investoren Kapital aus dem Euro ab und diversifizieren Währungen ähnlich, wie ich die Depots meiner Kunden in alle Richtungen diversifiziere. Aber nur" weil momentan die ganze Welt über den Euro diskutiert, sind die Probleme des kränkelnden US-Dollars nicht gelöst. In ein paar Jahren, spätestens wenn die Asiaten sich weniger US-Anleihen ins Boot holen, werden die Amerikaner ähnliche Probleme haben wie heute die Südeuropäer. Und diese Rettung" wird viel schmerzvoller für den Rest der Welt werden, als die der kleinen griechischen Volkswirtschaft. Schon aus Gründen der Zinseszins-Rechnung ist absehbar, wann den überschuldeten Staaten die Kredittilgung über den Kopf wächst.

Eurokrise bietet auch Chancen

Trotz der vielen Probleme die jetzt nicht ohne Grund diskutiert werden, hat ein schwacher Euro auch Vorteile. Bisher wurden nur die Nachteile an der Tankstelle und allgemein die teurer werdenden Importe diskutiert. Aber gerade für uns Deutsche als Exportnation sollte man auch die Vorteile nicht übersehen. Der Anteil der deutschen Exporte in den Außereuropäischen Bereich könnte sich vergrößern. Speziell die großen und internationalen Firmen sollten daraus Vorteile ziehen können. Mehr sogar als die kleineren Firmen im SDAX und MDAX, obwohl sich natürlich hier echte Weltmarktführer befinden. Da sich dies aber leider immer noch nicht sehr weit herumgesprochen hat vermute ich, dass sich in den kommenden Tagen, bei entsprechendem Börsenumfeld, zunächst die großen DAX-Titel und erst dann die Perlen im SDAX erholen werden. Eben sehe ich übrigens eine aktuelle taktische Empfehlung von Morgan Stanley für europäische Aktien. Es würde mich sehr wundern, wenn die europäischen Indizes und auch der Euro, die jetzt im depressiven Stimmungstal liegen, nicht für ein paar Tage nach Luft" schnappen würden.


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