Schwache US-Börse - Cisco Systems ernüchtert eine ganze Branche
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 13. August 2010, 14:30 Uhr
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nach schwachen Daten von der US-Konjunkturfront setzte sich gestern an der Wall Street der Negativtrend fort. Sowohl Dow Jones als auch Nasdaq haben nach wie vor an den schwachen Arbeitsmarktdaten aus der Vorwoche zu kauen. Das Arbeitsministerium hatte veröffentlicht, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 484.000 angestiegen sei. Der Wert markierte damit ein neues Fünf-Monats-Hoch.
In dieses angeschlagene Umfeld klatschen dann auch noch eher durchwachsene Quartalszahlen und alles zusammen zwingt die Aktienmärkte schließlich in die Knie. Der Dow Jones Industrial fiel gestern bis zum Handelsschluss um 0,57% auf 10.320 Punkte. Am Vortag hatte der US-Leitindex bereits gut 2,5% abgegeben und war unter seinen Stand zum Jahresende 2009 gerutscht. An der Technologiebörse Nasdaq gab der Composite-Index um 0,83% auf 2.190 Punkte nach.
Cisco-Chef Chambers: "Wir sehen ungewöhnliche Unsicherheiten"
Ebenfalls belasteten die Quartalszahlen von Cisco Systems. Das Geschäft des US-Netzausrüsters läuft zwar glänzend. Doch Unternehmenschef John Chambers schockierte mit einem skeptischen Ausblick die Investoren und ließ die gesamte High-Tech-Industrie aufhorchen.
Womöglich werde es der Weltwirtschaft in den nächsten Monaten doch nicht so gut gehen wie erhofft, so seine Vorhersage. Der sonst für seine Zuversicht bekannte CEO ließ damit natürlich die Börsenakteure aufhorchen. "Wir sehen eine ungewöhnliche Unsicherheit im Markt", sagte der Manager und fügte hinzu, von den Kunden kämen "gemischte Signale". Die schleppende Erholung der US-Wirtschaft dämpfe den unternehmerischen Mut und ziehe ungewöhnlich vorsichtige Entscheidungen nach sich, erläuterte Chambers.
Warnschuss lässt IT-Werte absacken
Dies kam einem Warnschuss gleich. Viele verunsicherte Investoren bangen nach wie vor um die Weltwirtschaft. Und Cisco gilt in der Branche ohnehin als Gradmesser für die IT-Branche. Kein Wunder also, dass nach so einem Statement vom Branchenvorreiter rund um den Globus an den Börsen die Kurse von IT-Unternehmen purzeln. Die Cisco-Papiere selbst verloren im frühen Handel in New York in der Spitze um 10% auf 21,40 Dollar. Hierzulande gehörte der Chiphersteller Infineon mit einem Minus von zeitweise mehr als 2% zu den größten Verlierern im DAX.
Die meisten Marktexperten trafen die skeptischen Aussagen von Chambers völlig unerwartet. Denn zahlreiche andere große IT-Konzerne hatten in den vergangenen Wochen durchweg positive Prognosen abgegeben. Ein Ende des starken Aufschwungs sei nicht absehbar, teilte Intel, der weltgrößte Chiphersteller, jüngst mit.
"Auch Cisco geht es bis jetzt noch glänzend", schreibt das „Handelsblatt". Der Umsatz sei in dem am 31. Juli zu Ende gegangenen vierten Geschäftsquartal um 27% auf 10,8 Mrd. Dollar geklettert. Analysten hatten zuvor mit leicht höheren Erlösen von 10,9 Mrd. gerechnet. Der Gewinn sprang im Vergleich zum Vorjahr um 79% auf 1,9 Mrd. Dollar.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach
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