Schwache Berichtssaison unterstützt Safe-Haven-Währungen
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 8. April 2009, 12:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
so schnell kann es leider gehen. Schon wieder hat die schöne Euphorie von zuvor, noch angeheizt um G-20 und die Bereitstellung weiterer finanzieller Mittel für den IWF, Dampf abgelassen. Investmentlegende George Soros hatte es ja schon so ähnlich ausgedrückt: ist doch nur eine Bärenmarktrallye, kein Grund zur Euphorie.
Und nun scheint es als hätten die Marktteilnehmer mit dem Beginn einer weiteren überaus schwachen Berichtssaison den Spiegel der Realität vorgehalten bekommen. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge dürften die im S&P 500 gelisteten Unternehmen im Durchschnitt einen Verlust von 37% für das 1. Quartal berichten. Alcoa, welches als erstes der im DJ gelisteten Unternehmen bereits seine Quartalsergebnisse veröffentlicht hat, enttäuschte maßlos mit einem Nettoverlust von 497 Millionen USD. Auch GM mit seinen Vorbereitungsmaßnahmen für eine mögliche Insolvenz trägt nicht gerade zur Verbesserung der Stimmung bei.
Aktienmärkte lassen Federn
Der Dow Jones entfernte sich deutlich weiter von der 8000 Punkte Marke und notiert 2,34% im Minus bei 7789 Punkten. Der S&P sank um 2,39% auf 815 Punkte und der Nikkei schloss mit 2,69% im Minus bei 8595 Punkten. Auch der DAX notiert aktuell bei 4284 Punkten im Minus.
Fokus auf Wirtschaftsdaten
Und so, schon einmal vorbereitet darauf, dass viele Sektoren mit einem deutlichen Wachstumsrückgang in Q1 zu rechnen haben, blicken die Marktteilnehmer nun auch wieder verstärkt auf die Wirtschaftsdaten.
Heute und morgen stehen zunächst einmal Deutschland und Japan auf dem Prüfstand.
Der Konsens geht davon aus, dass heute ein weiterer Rückgang der deutschen Exporte berichtet wird. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge erwartet man einen Rückgang um 4,4% für Februar gegenüber dem Vormonat. Damit wären die deutschen Exporte den fünften Monat in Folge rückläufig.
Und dies nachdem gestern bekannt gegeben wurde, dass das BIP in der Europäischen Union - stärker als prognostiziert - um 1,6 % im 4. Quartal geschrumpft ist.
Für morgen wird ein Bericht erwartet, der dem Konsens zufolge einen weiteren Rückgang der japanischen Maschinenbauaufträge aufzeigen wird. Der Konsens erwartet Auftragsrückgänge um weitere 6,9% im Februar gegenüber dem Vormonat. Damit würden sich die Aufträge den fünften Monat in Folge rückläufig zeigen.
Risikobewusstsein nimmt wieder zu - Safe-Haven-Währungen steigen
Wie es nun einmal so ist, wenn die Marktteilnehmer Angst haben sich an ihrem Risikoappetit zu verschlucken: die alten Safe-Haven-Währungen USD und JPY gewinnen an Unterstützung.
EUR/USD fiel von 1,3570 zu Beginn der Woche bis auf 1,3156 und notiert aktuell bei 1,3211. Unter 1,3110 könnten möglicherweise einige Stopps ausgelöst werden. Ein Schluss unter 1,3070 und dann 1,3010 könnte möglicherweise weitere Verkäufe nach sich ziehen.
Quelle: CFX-Broker
EUR/JPY fiel von seinem Jahreshoch bei 137,44 zu Beginn der Woche bis auf 131,32 und notiert aktuell bei 131,68. Grundsätzlich sollte die Unterstützung bei 131,59 halten, was den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigt und zunächst eine Rückkehr in Richtung der 134,50 möglich machen sollte. Erst ein Bruch der 130,15 nach unten trübt das übergeordnete Chartbild und macht eine stärkere Korrektur in Richtung der 126 möglich.
Quelle: CFX-Broker
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