Schutzmaßnahme 1
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 31. Mai 2010, 08:30 Uhr
ENL5454
die US-Börsen bleiben heute feiertagsbedingt (Memorial Day) geschlossen. An den europäischen Handelsplätzen wird gehandelt, aber ohne die Vorgaben vom großen Bruder sicher nur eingeschränkt und etwas richtungslos. Ich kann mich also einmal etwas vom aktuellen Handelsgeschehen am Aktienmarkt abwenden und andere Themen aufgreifen. Wie zum Beispiel den Euro, der sich nach kurzer Erholung auf 1,27 wieder in der Nähe seiner Jahrestiefststände bewegt.
Ich hatte Ihnen ja kürzlich versprochen, einen Artikel darüber zu schreiben, wie Sie sich vor dem Wertverfall des Euros schützen können. Es gibt da durchaus mehr Möglichkeiten, als Sie sich im ersten Moment vielleicht vorstellen können. Da die Thematik für nur einen Beitrag zu umfangreich ist, werde ich heute und in den kommenden Tagen eine kleine Serie daraus machen. Ausgangspunkt meiner Überlegungen wird immer sein, in welche alternativen und wertbeständigeren Vermögensformen Eurobestände überführt werden können. Bitte verstehen Sie meine Beiträge als Denkanstöße und nicht als fertige Gebrauchsanweisungen.
Selbstgenutzte Immobilie
Als eine der besten Alternativanlagen würde ich eine selbstgenutzte (und abbezahlte) Immobilie betrachten. Wichtig ist in dem Zusammenhang die Betonung auf „selbstgenutzt“ (also nicht zur Vermietung u.ä.). Ein Dach über dem Kopf brauchen Sie immer. Solange Sie die Immobilie selbst nutzen, kann Ihnen auch die Preisentwicklung am Immobilienmarkt egal sein. Der Mieteinsparungseffekt ist stets vorhanden. Zudem ist es ein Stück Sicherheit (zumal in schlechten Zeiten, wo vielleicht eine zeitlang wenig Einkommen vorhanden ist). Jeder Euro, den Sie in Ihr Haus stecken, ist dann lediglich eine Umschichtung aus der Weichwährung in stabiles Sachvermögen.
Vorteilhaft wäre ein nicht zu kleines Stück Grundstück in ländlicher oder Stadtrandlage, auf dem Sie (zur Not oder einfach aus Spaß an der Sache) auch etwas anbauen können. Nur für den Fall, dass die Zeiten mal etwas härter werden sollten. Ideal wären eine eigene Energie- und/oder Wärmeversorgung (z.B. durch ein Solarkraftwerk auf dem Dach, Kaminofen, holzbeschickte Zentralheizung oder Erdwärmeanlage) und zumindest eine teilweise eigenständige Wasserversorgung (Regenwasserbehälter oder Brunnen). Das sind Dinge, die Sie unabhängiger machen und keinen Schaden anrichten, wenn sie nicht benötigt werden (vom Kaufpreis abgesehen). Ich würde solche Möglichkeiten als eine Art Versicherung für schlechtere Zeiten betrachten. Wie wichtig Ihnen diese ist, bleibt Ihnen natürlich selbst überlassen.
Ich weiß nicht, welche seltsamen Blüten die Finanzkrise noch treiben wird und wohin die Reise tatsächlich noch geht. Aber mit einem Grundstück wie oben beschrieben wären Sie zumindest auf der sicheren Seite. Wichtig ist: Es sollte größtenteils abbezahlt sein, sonst gehört es ganz schnell der Bank, falls Sie aus irgendwelchen Gründen Ihre Raten nicht mehr bezahlen können. Eine Spekulation auf die Weginflationierung Ihres persönlichen Hauskredites (häufig im Internet als heißer Tipp gehandelt) würde ich dringend unterlassen – das geht schief. Erst Recht, wenn wir eine deflationäre Entwicklung sehen, wie sie meistens auf Finanz- und Staatsanleihenkrisen folgt. Morgen werde ich mich weiteren Vermögensalternativen zuwenden (auch für diejenigen unter Ihnen, die bereits eine selbstgenutzte Immobilie besitzen oder für die dieser Weg -aus welchen Gründen auch immer- nicht in Frage kommen kann).