Schuldenberg außer Kontrolle
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Die Vereinigten Staaten sind insolvent", heißt es in einem Bericht eines Hedgefonds. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres hatte die amerikanische Bundesregierung Vermögenswerte im Wert von 2,67 Billionen Dollar und Verpflichtungen im Wert von 14,12 Billionen Dollar.
Damit bleibt eine negative Position von mehr als 11 Billionen Dollar. Nebenbei, es soll sogar sehr schnell noch schlimmer werden. Die Regierungsvertreter erwarten dass die Schulden in den nächsten zwei Jahren um weitere drei Billionen Dollar ansteigen sollen. Die Bundesausgaben sind außer Kontrolle... die Regierungsvertreter haben die Kontrolle über ihren eigenen Haushalt verloren, ganz zu schweigen über ihre Wirtschaft.
Normalerweise suchen die Kreditgeber nach dem, was sie als Schuldendeckung" bezeichnen - Schulden im Vergleich zu den Einkünften. Wenn man die amerikanischen Einnahmen insgesamt nimmt, dann stellt man fest, dass die Bundesschulden aktuell etwas mehr als 80% des Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Aber diese Zahl wächst zügig. Sie wird in nur zwei oder drei Jahren bei über 100% liegen.
Aber was soll's? Solange die Vereinigten Staaten noch ein Einkommen haben, das das stützt, gibt es doch keinen Grund, sich Sorgen zu machen, oder? Nun, wir wollen es mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
Hmmm... aus dem anderen Blickwinkel sieht es auch nicht gut aus. Die Einkommensteuern bringen nur 43% des Haushalts ein. Die Regierungsvertreter bekommen wenig mehr aus den Unternehmenssteuern und anderen Steuern, aber die Defizite sind gewaltig... sie sind von einem Drittel aller Ausgaben auf die Hälfte aller Ausgaben angestiegen.
Die ganze Sache sieht nicht gut aus. Die meisten Defizite resultieren nicht aus den Notfallreaktionen auf die Finanzkrise. Ein Großteil der roten Tinte ist strukturell bedingt - die Folge von Programmen, die es schon gab, ehe die Krise zugeschlagen hat. Diese Ausgaben lassen sich nur schwer einschränken, da große Akte politischen Willens notwendig sind, diese wieder rückgängig zu machen. Also haben sie die Neigung, weitergeführt zu werden.
Und das bedeutet, dass die Vereinigten Staaten gewaltige Mengen Geld leihen müssen, nur um sich auch weiterhin in dem Stil treiben zu lassen, an den sie sich mittlerweile gewöhnt haben. Und bei den Defiziten ist noch kein Ende in Sicht... kein praktikabler Weg, sie zu reduzieren... und kein Ausweg aus dem Schuldenstrudel. Das bedeutet, dass die Finanzierung der Schulden ein Verlustposten für die Anleger ist.
Daran ist nichts neu.
Und doch lassen wir uns treiben... wir wandeln... wir schwimmen von einer Bank zur nächsten... und fragen uns, wann sie schließlich untergehen werden.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Reiner Tiroch (15.03. 2010 08:16 Uhr):
Das System hat sich selber gerichtet und ein Neuanfang steht unmittelbar vor der Tür. Natürlich haben alle unschuldigen sich reichlich bedient.
Antworten - Kommentar von Klaus Rühl (15.03. 2010 13:15 Uhr):
Da kann einem ja Angst und bange werden! Ist denn überhaupt damit zu rechnen, dass die USA jemals ihre Schulden zurückzahlen können? Wie würde sich eine Pleite der Amis auf uns auswirken? Ist es unter solchen Umständen überhaupt zu verantworten wenn man amerikanische Staatsanleihen kauft? Und ist es dann nicht das beste, wenn man neben Immobilien sein Geld in Aktien anlegt? Was würde bei einem Staatsbankrot mit Investment-Fonds z.B. in den Emerging Markets passieren? Vielleicht können Sie in einer Ihrer nächsten Ausgaben einmal hierauf eingehen. Vielen Dank im voraus und viele Grüße Klaus Rühl
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