Schulden, Schulden, Schulden
Kay Patrick Kaymer in Wave Daily
vom 25. September 2006 13:00 Uhr
ENL5462
Die US-Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Das hat den weltweiten Wirtschaftsaufschwung maßgeblich beschleunigt. Im Gegensatz zu Deutschland sind dort die Verbraucher für die Konjunkturbelebung wesentlich verantwortlich. Nur dank der Binnenwirtschaft war das (zumindest wenn wird der Statistik trauen) Jobwunder möglich.
Aber wie finanzieren die Bürger nur ihren starken Konsum? Größtenteils durch die Aufnahme von Fremdkapital. Die Gesamtverschuldung der US-Bürger steigt schneller an als deren Einkommen. Die private Verschuldung stieg alleine im letzten Jahr über US$ 1.200 Milliarden an. Ja, Sie lesen richtig. Das ist der Zuwachs der Verschuldung, eine unglaubliche Summe.
In Prozenten ausgedrückt betrug der Anstieg der Schuldenlast 12%. Das zeigt natürlich auch an, dass die US-Notenbank die Wirtschaft weiterhin mit ausreichend Liquidität versorgt hat und das trotz der Zinserhöhungen. Die Sparquote ist inzwischen seit über einem Jahr in negatives Terrain abgedriftet. (Chartquelle: U.S. Bureau of Economic Analysis)
Das bedeutet, die US-Bürger verschulden sich netto betrachtet stärker, als ihr Einkommen ansteigt. Das ist natürlich eine gefährliche Situation, denn wenn die Wirtschaft beginnt zu lahmen, die Arbeitslosigkeit ansteigt und das Lohnwachstum gleichzeitig sich verlangsamt, werden die Schwierigkeiten einiger US-Bürger bestimmt größer die Kredite zu bedienen. Die Banken greifen dann in der Regel auf die Sicherheiten zurück.
Es stellt sich natürlich die Frage, ob die Banken zu leicht fertig agieren oder aber ob die US-Konsumenten ausreichend Sicherheiten stellen können. Das ist natürlich eine Frage der Betrachtung, aber der Chart (Quelle: Prudentbear) zeigt Folgendes ganz klar an. Die Verschuldung ist vor allem aufgrund der stark zunehmenden Hypothekendarlehen angestiegen. Das war nur aufgrund des Booms möglich. Wenn dieser nun stark endet und die Preise zu sinken beginnen und gleichzeitig die US-Konjunktur sich noch verlangsamt, wird das eine Spirale mit Auswirkungen auf das Finanzsystem und die Konjunktur. Es bleibt die Frage offen „Wer wirft den ersten Stein?“.
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