Schuld ist immer das letzte Bier ...
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 05. August 2005 12:00 Uhr
ENL5454
*** Heute ist einer dieser Tage ... an denen sich der Alkoholgenuss vom Vorabend nicht gerade arbeitsfördernd auswirkt. Und ich bin davon überzeugt, dass es genau das letzte Bier war, das den heutigen Kater verursacht hat.
Gestern (bzw. heute Morgen) ist es bei meinem Skatabend etwas später geworden. Ein freundliches Bier folgte auf das nächste, und auch die Stimme musste mit Kräuterschnaps ein wenig geölt werden. (Sie haben völlig Recht, wenn Sie sich fragen, was das in einem Finanz-Newsletter zu suchen hat. Ich weiß es auch nicht, bin allerdings froh, dass der Produktmanager in Urlaub ist).
Ich spiele seit vielen Jahren Skat – gestern bot unserer Runde aber eine gedruckte Version der "Internationalen Skatordnung" Anlass für Gesprächsstoff. Dort steht einerseits, dass 30 Augen immer Schneider sind, auch für die Gegenpartei. Klar. Aber an anderer Stellte steht, dass der "sogenannte Eigenschneider" nicht möglich ist. Was soll das denn heißen?
(Falls ein Mitglied z.B. des Deutschen Skatverbandes dies liest, bitte um Antwort an info@investor-verlag.de) Auf jeden Fall spielen wir ab sofort strikt nach Skatordnung, also "scharf". Allerdings schere ich mich um einzelne Paragraphen wie die Auslosung der Sitzordnung so viel wie um mein Glas, wenn es leer ist.
*** Ein Leserbrief zum Trader's Daily vom Montag:
"Ich kam heute Morgen aus dem Dienst einer großen Berufsfeuerwehr. Damit habe ich in der ganzen letzten Woche 72 Stunden gearbeitet. Das bedeutet allein ca. 40-50 Einsätze von einer dreiviertel Stunde bis zu 1,5 Stunden im Rettungsdienst. Insgesamt arbeite ich im Rettungsdienst, im Löschzug (Brände und Hilfeleistungen), dann als Taucher im Wasserrettungszug, auf einer Löschbootstation. Ich möchte nicht verheimlichen, dass es die extremste Woche ist, aber man muss es erstmal durchstehen. Durchschnittliche Wochenstundenzahl 48 Std. Dann gibt es aber zunehmend Stimmen, die zu gekürzten bzw. sogar gestrichenen Weihnachts- und Urlaubsgeldern, Beförderungsaussetzungen auch noch die Abschaffung von Zuschlägen bzw. deren Besteuerung verlangen. Wie würden Sie sich motivieren? Grandios viel verdient man leider nicht, man muss schon nebenbei auch noch zusehen, wie man die wenige Freizeit auch noch in bares ummünzt. Und man möge es nicht glauben, ich arbeite in einem Amt."
*** Mein von mir hoch geschätzter Kollege Bill Bonner schrieb gestern im "Investor's Daily" in seinem "Nachruf für Wim Duisenberg:
"Abgesehen von einer Handvoll Spinnern, wie dem Verfasser dieser Zeilen und Kurt Richebächer, dachte fast jeder, dass er einen Fehler macht. Die Politiker, die Firmenchefs, die Kolumnisten und die Kiebitze – sie alle wollten leichtere Kreditbedingungen, so dass die Wirtschaft in Europa ebenso sehr angekurbelt würde, wie die der Vereinigten Staaten."
Ich möchte mich dieser Handvoll Spinner anschließen.
Ihnen ein schönes Wochenende!
Michael Vaupel