Schützen Sie sich vor dem dicken Ende!
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen
vom 06. April 2006 16:00 Uhr
ENL5454
Schon wieder Hochwasser in Deutschland. Wie schon 2002 geht es den Anwohnern an der Elbe ganz nass in die Häuser. Viele Mitbürger verlieren schon wieder ihr gesamtes Hab und Gut.
Oder Bayern. Auch an der Loisach im Landkreis Garmisch Partenkirchen gab es vor einigen Monaten zerstörerische Wasserfluten die alles im näheren Umkreis mitrissen. Auch hier die reine Katastrophe für die Anwohner.
Hier Schmalhans, dort das Füllhorn
Der Staat konnte sich damals erst nach langem hin und her zur Zahlung einer bescheidenen Summe an die Geschädigten im mittleren Millionen € Bereich durchringen. Wie Sie vielleicht noch wissen, zeigte sich der Staat auch nach dem Jahrhunderthochwasser wenig spendabel.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Aber bei den Bildern und Reportagen aus dem Elbegebiet muss ich an die Tsunami-Katastrophe Ende 2004 denken.
5.000.000.000 €! Das sind 5.000 Millionen € oder 5 Milliarden €. So viel Geld hat unser damaliger Bundeskanzler Gerhard Schröder nämlich den Staaten Südost-Asiens damals als Hilfe zugesichert.
5 Milliarden – da liest man leicht drüber. Tatsächlich ist das eine unglaubliche Summe! Mit 5 Milliarden € lassen sich beispielsweise 1.000 mittelgroße Hotels jeweils zum Preis von 5 Millionen € hinstellen.
1.500 Milliarden € Miese und es wird immer mehr
Klar: Der Staat hat kein Geld mehr. Deutschland ist pleite! Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler hatte die Republik Ende vergangenen Jahres 1.468 Milliarden € Schulden. Und wie Sie wissen, wird es Jahr für Jahr mehr. Der Staat kommt nicht einmal mit seinen Einnahmen aus. 2004 beispielsweise machten die öffentlichen Haushalte rund 74 Milliarden € extra Miese.
Richtig brisant wird das aber in der Gesamtschau. So erwartet das Schweizer Prognos Institut für Deutschland bis 2030 so gut wie kein Wirtschaftswachstum. Die Experten halten einen jährlichen Anstieg des Bruttosozialprodukts von 1,4 % für realistisch.
Und dann ist da noch die Bevölkerungsentwicklung. Der Bevölkerungsforscher Herwig Birg hat vor kurzem untersucht, wie es in Deutschland im Jahr 2100 aussehen wird. Der Professor rechnet damit, dass in 95 Jahren nur noch 46 Millionen Menschen im Land leben, davon 21 Millionen Deutsche.
Was bedeutet das für uns?
Die Bürger müssen bluten
Ganz einfach: Der Staat zieht den Bürgern immer mehr Geld aus der Tasche. Und zwar oft mit Hilfe der Gerichte. In Bayern wurden vor ein paar Jahren per Gerichtsentscheid eine Änderung des Kommunalabgabegesetz durchgezogen. Anlieger müssen seither wesentlich mehr für Straßenausbau hinblättern.
Da werden noch einige ihr blaues Wunder erleben. Bei mir war das vor kurzem so. Meine Straße wurde nämlich 2001 saniert. Ein Jahr vorher informierte die Gemeinde die Anlieger über die gesamten Baukosten von etwa 150.000 Mark. Bei einem avisierten Anteil der Anlieger von 40 % konnte ich für mich etwa 8.000 Mark erwarten.
Vor ein paar Monaten flatterte mir dann der Gebührenbescheid der Gemeinde ins Haus. Ich kippte fast aus den Schuhen: 11.000 € standen dort! Einmal lagen die gesamten Baukosten nicht bei 150.000 Mark wie avisiert, sondern bei etwa 170.000 €. Und dann verdoppelte sich obendrein der Anteil der Anlieger wegen des neuen Kommunalabgabegesetzes in Bayern auf 80 %.
In dem Zusammenhang ist auch die Einführung der Zweitwohnsitzsteuer in Bayern interessant. Denn begründet wird die Abgabe mit der von der jeweiligen Gemeinde zur Verfügung gestellten Infrastruktur. Ich frage Sie: Wenn ich als Anlieger schon 80 % der Baukosten der öffentlichen Straßen und Gehwege tragen muss, wofür dann noch Zweitwohnsitzsteuer?
So viel nur am Rande.
Zins und Zinseszins sind kaum zu bezahlen
In Deutschland jedenfalls braut sich was zusammen. Kaum Wirtschaftswachstum, immer weniger Menschen im Land. Wer soll und kann dann eigentlich die Staatsschuld zurückbezahlen? Wer die Zinsen berappen?
Irgendwie scheint das unsere spendablen Politiker nicht zu jucken. Rechnen Sie einmal: Die 5 Milliarden € Schröder-Hilfszusage gehen ohnehin per Kredit. Wissen Sie, was aus dem Betrag bei 4,5 % Zins pro Jahr in 50 Jahren wird? 45,2 Milliarden € inklusive Zins und Zinseszins!
Die Zeitbombe tickt nicht nur. Ich fürchte: Sie wird schon bald explodieren!
Tipp:
1) Sehen Sie sich einmal den monatlichen Dienst "International Living" des FID Verlags an. Vielleicht finden Sie dort die eine oder andere Idee, wie Sie dem Desaster in Deutschland entkommen können.
2) Auch wenn es für den Bürger in Deutschland düster aussieht: Deutsche Firmen schreiben trotzdem gute Gewinne. Die Aktien der heimischen Unternehmen bleiben attraktiv. Und Anleger bezahlen ohnehin weniger Steuern auf Kapitaleinkünfte.
3) Auch im Ausland gibt es gute Aktien. Sehen Sie sich einmal ausländische Dividendenwerte an. Spannende Kandidaten finden Sie in meinem Börsenbrief "Delta-Faktor".
4) Wenn Sie in Bayern leben sollten Sie bei geplanten Straßenausbaumaßnahmen in Ihrer Straße schon bei der ersten Informationsveranstaltung der Gemeinde Widerspruch einlegen. Sonst kommt das Dicke Ende ein paar Jahr später.