Schröder regt Zinssenkung an – Verschuldung wächst
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 26. Februar 2004 18:00 Uhr
ENL5454
So ganz unrecht hat er nicht. Für Deutschland wäre es natürlich sehr förderlich, wenn die Zinsen gesenkt werden würden. Das würde den Euro schwächen, die Exporte ankurbeln, die Kredite billiger machen etc.
Wenn man sich dann noch die Jahresinflationsrate von 0,8 bis 1,1 % anschaut, das hat schon leicht deflationären Charakter, zumindest wenn man davon ausgeht, dass eine Inflationsrate von 2 % gesund ist. Nur die EZB ist nicht nur für Deutschland zuständig. Die EZB fährt eine sehr souveränen und vernünftige geldpolitischen Kurs. Die Anzeichen einer Konjunkturerholung sind da, damit könnte ein Zinssenkung nun gerade in die falsche Richtung gehen. Allerdings, wenn sich die Konjunktur nun doch nicht so entwickelt, wie erwartet, bleibt noch Zeit genug.
Angesichts der neusten Daten aus Amerika und der niedrigen Inflationsrate in Deutschland, die eventuell auch auf andere Länder übergreift, könnte es jedoch sein, dass die EZB tatsächlich bald reagiert.
Die Devisenhändler sind unter anderem auch deswegen mehr als verunsichert. Der Euro kommt ins Trudeln. Ich hatte Sie gewarnt –1,2413 Dollar im Tief heute.
Derweil ist die Verschuldung der öffentlichen Haushalte nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Ende des vergangenen Jahres auf 1,3 Billionen angestiegen. Das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 5,8 %.