Mr N. N. in Kapitalschutz Akte
vom
Vor der Bekanntgabe der Ergebnisse der Sitzungen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank bzw. des Rats der EZB ging der seit dem vergangenen Donnerstag laufenden Rallye an den Aktienmärkten ein wenig die Luft aus.
Kurz über 6800
Immerhin gelang dem deutschen Leitbarometer gestern kurz der Sprung über die Marke von 6800. Am Ende des Handelstages ging der Leitindex dann bei 6772 Zählern in den Feierabend. Dies entspricht einem minimalen Minus von nicht einmal zwei Punkten. Die Investoren warten schlicht ab, was am heutigen Mittwoch bzw. am Donnerstag dann die sog. Währungshüter beschließen werden. Die Erwartungshaltung ist zugegebenermaßen recht hoch.
Hohes Enttäuschungspotenzial
Und dementsprechend hoch ist auch das Enttäuschungspotenzial. Mit Blick auf die US-Notenbank erscheint eine Bekanntgabe von QE 3 zum jetzigen Zeitpunkt relativ unwahrscheinlich. Mr Bernanke wird sein Pulver trocken halten, ehe er stützend aktiv werden wird. Und beim aktuell relativ hohen Niveau der US-Aktienmärkte spricht nicht wirklich sehr viel dafür, dass die US-Notenbank schon jetzt handeln wird.
QE 3 im Herbst?
Eher vorstellbar und wahrscheinlich ist es, dass Bernanke im Herbst vor dem Hintergrund von Marktturbulenzen QE 3 verkünden wird. Insofern sollte der Weltleitindex S&P 500 eher auf einem Niveau von 1200 als bei knapp 1400 notieren. Alles in allem ist die Wahrscheinlichkeit also ziemlich gering, dass die US-Notenbank schon heute handeln wird. Gut möglich auch, dass es von nun an an den Aktienmärkten eher ruppiger werden wird. Und kurzfristig könnte es auch - wie so oft im Jahr 2012 - im Kontext mit dem Fed-Meeting einen Taucher am Goldmarkt geben. Es sei also vorsorglich schon darauf hingewiesen.
Triste Lage am Arbeitsmarkt in Europa
Apropos ruppig, die Lage am Arbeitsmarkt in der Euro-Zone ist alles andere als rosig. Im Gegenteil, gestern teilte Eurostat mit, dass offiziell zugegeben insgesamt 17,8 Millionen Menschen in der Euro-Zone arbeitslos sind. Die nach vergleichbaren ILO-Daten ermittelte Arbeitslosenquote lag bei 11,2 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung. Vor allem in den Krisenstaaten Griechenland oder Spanien liegt die Arbeitslosenquote deutlich über 20 Prozent.
Wohl gemerkt, dabei handelt es sich um regierungsoffizielle Zahlen. Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit dürfte aber noch erschreckender sein.
Leider.
Und da sind wir wieder in den USA. Womöglich könnte Bernanke doch schon heute zur Tat schreiten und QE 3 verkünden, wenn er vielleicht schon einen Wink" von möglicherweise grottenschlechten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt, die ja am Freitag der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden, hat...
- Kommentar von Klaus Schumann
Wie bedenkenlos unsere Politiker mit Steuergeldern umgehen, ist nicht zu fassen! Dieses Handeln wird sich erst dann ändern, wenn überschuldeten Staaten die Finanzhoheit abgenommen wird, wenn ungedeckte Kredite aufgenommen werden müssen. Durch die Verschuldung haben sie doch klar gezeigt, dass sie mit den Steuergeldern nicht umgehen können!
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