Schon wieder werden die Banken gerettet
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 22. November 2010, 17:00 Uhr
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nun ist es also amtlich. Wie befürchtet hat sich die irische Regierung dem Druck der internationalen Bankenlobby und der Eurokraten gebeugt. Nachdem in der vergangenen Woche noch die Chancen gar nicht so schlecht standen, dass die Iren doch noch den Druck standhalten könnten, wie die schwachen europäischen Bankaktien signalisierten, hat sich nun das Blatt wieder gewendet und Irland schlüpft unter den europäischen Rettungsschirm. Warum dieses Konstrukt Euro-Rettungsschirm" getauft wurde, ist übrigens gar nicht mal so einfach zu beantworten. Viel einleuchtender wäre meiner Meinung nach Banken-Rettungsschirm". Immerhin hält alleine die staatliche vormalige Hypo Real Estate irische Anleihen über 10 Mrd. Euro, weshalb natürlich auch die deutschen Behörden großes Interesse an einer irischen Rettung" haben. Wobei natürlich auch die Versicherungen und Pensionskassen gerettet werden, die mit sehr hohen Anleihebeständen von vermeintlich sicheren Ländern blauäugig unterwegs sind, da doch im Rentenmarkt die Risiken angeblich so gering sind im Vergleich zu den volatilen Aktien. Deshalb schlage ich vor, den Namen des Euro-Rettungsschirms in Rettungsschirm für Banken, Versicherungen und andere risikobereite Spekulanten umzubenennen. Dafür spräche natürlich auch die Tatsache, dass immer weniger normale Leute und Steuerzahler den Euro überhaupt retten wollen.
Irland will Hilfe beanspruchen
Nach langem Zögern und gegen den Willen vieler Bürger hat Irland nun doch die Hilfe des Euro-Hilfsfonds in Anspruch genommen. Diese Hilfe, der bereits am gleichen Abend von den EU-Finanzministern zugestimmt wurde, wird einen Umfang von etwa 80 Milliarden Euro haben und die irischen Staatsfinanzen auf sichere Füße stellen. Nicht ganz billig und keineswegs umsonst wird die EU-Hilfe für Irland werden, die dafür 5 Prozent Zinsen bezahlen muss. Selbstverständlich ist dies aber vergleichsweise günstig zu den 8 %, die Irland am freien Kapitalmarkt für neue Anleihen berappen müsste.
Trotzdem zeigte sich die irische Bevölkerung und die Presse des Landes bislang wenig begeistert über die Gnade aus Brüssel, bzw. das Verhalten ihrer Regierung. Teils wird das Einknicken der Regierung wohl als Demütigung empfunden, teils fürchtet man sich aber auch vor den drastischen Sparplänen und dem strikten Diktat des unbeliebten IWF.Übrigens können die Haushaltsprobleme Irlands, welches jahrelang sehr wirtschaftlich gehandelt hat, keineswegs mit dem Strukturproblem Griechenlands verglichen werden. Auf alle Fälle ist die Lage Irlands mit seinem unglaublich aufgeblähten Bankenapparat aber nicht besonders gemütlich. Irland kämpft heute mit massiven Haushaltsproblemen, weil die Regierung den angeschlagenen Banken des Landes mit Milliardenhilfen unter die Arme gegriffen und sich dabei verhoben hat. Mit 32% liegt das irische Haushaltsdefizit zehn Mal so hoch wie es die EU erlaubt.