Schluss mit Emerging Markets?
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 21. April 2011, 17:00 Uhr
ENL5454
im Laufe meiner heutigen Runde durch die Welt der digitalen Massenmedien blieb ich unter anderem wieder einmal bei der guten Financial Times Deutschland hängen. Dort ist ein Artikel auf der Homepage zu lesen mit dem Titel "Schwellenländerparty vor dem aus".
Das klingt natürlich zuerst einmal nicht schön für jemanden wie mich, der, wie tausende anderer Anleger sicher auch, in den letzten Monaten in den Schwellenländern durchaus sehr positiv mit seinen Investmentaktivitäten abschnitt. Wie kommt also die FTD dazu?
Das Wichtigste in Kürze:
Die Neigung zu einer inflationsbedingt strafferen Geldpolitik in den sogenannten Bric-Ländern kann die seit 1997 anhaltende Boomphase der dortigen Aktienmärkte möglicherweise beenden. Darauf deuten Analystenprognosen für diese Märkte, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.
(Quelle: FTD, siehe Link oben)
Detaillierter sind die Gedanken im besagten Artikel ausgeführt.
Da auf Analysten aber bekanntlich bei weitem nicht immer Verlass ist (man denke nur an die Krise 2007/2008), ist es besser, solche Dinge stets mit der Situation in den Charts abzugleichen.
Als Stellvertreter für die Emerging Markets bietet sich hierfür z.B. der MSCI Emerging Markets Index an:
Quelle: Stockcharts
Nun, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber so verkehrt sieht das für mich bisher noch nicht aus. Wo ist das Problem einen Stop Loss zu setzen und die Emerging Markets Story auszufahren, bis wirklich nicht mehr genug Dampf im Kessel ist?
Vergleichen wir nun diesen Index einmal mit dem S&P 500 als Vertreter des wichtigsten "entwickelten" Aktienmarkts um zu sehen, ob es wirklich schon an der Zeit ist, die Zelte einzupacken und in "sicherere" Gebiete umzuziehen:
Quelle: Stockcharts
Auch die relative Stärke der Emerging Markets ist nach wie vor wieder im Kommen. Somit kann ich auch von dieser Seite her keinen Grund zur Panik erkennen.
Ein kurzes Fazit
Die in dem FTD-Artikel angeführten Gründe sind sicherlich sachlich nicht falsch. Doch, wie bei fundamentalen Prognosen immer, ist es eine Frage des Timings, wann diese sich letztlich wirklich im Markt materialisieren. So lange die Kurse aus technischer Sicht noch laufen, spricht daher für mich kaum etwas dagegen, hier noch weiter mitzumachen.
Als Vorsichtsmaßnahme würde ich bei Emerging Markets Aktien jedoch die Stop Loss Marken etwas enger ziehen und in nächster Zeit nicht mehr in größerem Stile dort zu sehr zukaufen. Einen Grund hier nun zu "flüchten" sehe ich noch nicht.

