Schlimmer gehts nimmer?!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 19. März 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
die letzten Tage erwiesen sich als unglaublich turbulent. Sie haben es sicher alle mitbekommen! Gold knackte die 1000 US-Dollar-Marke, Bear Stearns lässt sich von JP Morgan Chase übernehmen um der Pleite aus dem Weg zu gehen und Bernanke senkt den Leitzins ein weiteres Mal.
Da ich gerade aus den USA zurückgekehrt bin, habe ich die Turbulenzen so zu sagen vor Ort miterlebt.
Vor Ort bedeutet in dem Sinne aus den heimischen US-Nachrichten, denn New York ist ja nicht gerade Cleveland, wo halbe Viertel inzwischen unbewohnt sind und Häuser für ein Butterbrot verscherbelt werden.
Doch obgleich New York eben New York ist und allein der Standort Manhattan für eine gewisse Sicherheit vor dem Wertverlust sorgt, gibt es tatsächlich auch hier Viertel die nicht von der Hypothekenkrise verschont blieben. Es handelt sich hierbei um Immobilien die sich bislang im Besitz der ärmeren Hypothekennehmer befunden haben. Diese sind es ja auch die es landesweit in Bezug auf die Hypothekenkrise getroffen hat. Und auch New York wird eben nicht nur von den Reichen auf der Fifth Avenue bewohnt.
Viertel wie Bushwick im Stadtteil Brooklyn oder Williamsbridge, ein afro-amerikanisches Viertel in der Bronx stehen schon seit ein paar Monaten auf der Liste der Zwangsvollstreckungen.
Selbst auf der Fahrt vom Flughafen JFK zum Hotel nach Manhattan, waren teilweise zu beiden Seiten in den im Vergleich zur Cleveland-Area noch recht teuren Vierteln Jamaica und Ozone Park, vom Auto aus geschlossene Häuser mit vernagelten Türen und Fenstern zu betrachten. Auch hier also, Kreditnehmer die ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen konnten und denen nun also keine Alternative als die Zwangsvollstreckung blieb.
Ja, es sind harte Zeiten für die US-Amerikaner angebrochen. Harte Zeiten, die einzelne schon dazu bringen ihre eigenen Häuser in Brand zu stecken um wenigstens noch die Versicherungsprämie zu kassieren.
Die Frage ist nun nur noch, ob wir den Tiefpunkt des ganzen, also den Höchstpunkt der Krise endlich erreicht haben.
Im Moment sieht es ganz danach aus: Nachdem die FED ihren Leitzins nur um 75 Basispunkte und damit in einem weitaus vernünftigeren und geringeren als erwarteten Rahmen gesenkt hat, nachdem die großen US-Banken niedriger als erwartete Verluste angegeben haben, scheint gegenwärtig ein Aufseufzen der Erleichterung durch die Märkte zu huschen.
Schon geben die Rohstoffpreise wieder ab: Gold notiert gegenwärtig bei 963 US-Dollar pro Unze, Rohöl immerhin noch bei 106 US-Dollar pro Barrel, aber der Trend ist heute etwas klarer. Hin in Richtung der Aktienmärkte und raus aus den sicheren Häfen: Ein wenig Vertrauen haben die Marktteilnehmer offensichtlich zurück gewonnen.
Wie können nur hoffen, dass Bernanke den Stein nun wirklich ins Rollen gebracht hat und nicht doch noch irgendetwas Unvorhergesehenes das neu gewonnene Vertrauen wieder ins Wanken bringt. Eine „Kreditkartenkrise“ wäre nun wirklich das letzte was die Amerikaner nun auch noch gebrauchen könnten.
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