Schlimmer geht`s immer
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. November 2008, 07:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin, lieber Leser!
Eine Hiobsbotschaft jagt die Nächste, kein Tag vergeht ohne neue Schreckensmeldungen aus der Real-Wirtschaft. Seien es Milliardenverluste, Zusammenbrüche, Massenentlassungen, Werksstilllegungen, Produktionskürzungen, Kapazitätsabbau, Umsatz- und Gewinnwarnungen. Aktuell wird der breiten Öffentlichkeit nahezu das komplette Negativ-Spektrum vorgeführt.
Schlimmer geht's immer
Dennoch gibt es bereits die Ersten, die schon jetzt den Boden ausfindig machen wollen und auf eine baldige Wende zum Besseren hoffen. Nach dem Motto schlimmer geht's nimmer" wird darauf gesetzt, dass die Regierungen mit ihren Stimulierungsprogrammen die Wirtschaft schon vor dem totalen Zusammenbruch bewahren werden. Es ist in der Tat erstaunlich, welch hohes Maß an Vertrauen den Regierenden gegenüber entgegengebracht wird.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, es bleibt jedem/r selbst überlassen, ob er eher skeptisch oder voller Optimismus in die Zukunft blickt.
Am Ende des Tages stellt sich aber auch für die Optimisten die Frage, ob und wann die letzte aller Blasen, die Staatsblase, platzen wird.
Sicherlich, noch wird überall massiv der Kauf von vermeintlich sicheren Staatsanleihen empfohlen. Hier gilt die Devise, dass der Staat als Schuldner wahrlich der Allerletzte in der Krisen-Kaskade ist, der Probleme" bekommen wird. Vorsichtig formuliert.
Ohnmächtige Bürger
In der Tat, die verzweifelte Hoffnung basiert darauf, dass der Staat nie" wirklich bankrott gehen kann, weil er ja mit konfiskatorischen Raubzügen die werten Steuerzahler" schröpfen kann. Wenn der Staat Pleite macht, geht natürlich nicht der Staat Pleite, sondern seine Bürger", meinte dereinst schon der Bankier Carl Fürstenberg. Und es besteht kein Zweifel daran, dass auch moderne" Regierungen die Probleme auf Ihre "werten Mitbürgerinnen und Mitbürger" verlagern werden.
Wegbrechende Steuereinnahmen
Sehr spannend wird es sicherlich werden, wenn urplötzlich und für das breite Publikum völlig unerwartet die Steuereinnahmen einbrechen sollten. Es dürfte aber kein Zweifel bestehen, dass die Verantwortlichen mit diversen Notverordnungen (u.a. Wirtschaftssicherstellungsverordnung etc etc) und sonstigen Fiskalorgien reagieren werden. Möglicherweise erinnern sich die Verantwortlichen ja gar an ähnliche Krisen in der Vergangenheit.
Erstaunliche Ähnlichkeit zu 1931/32
Insofern sei ganz am Rande und leise darauf hingewiesen, dass auch im Jahr vor der Wahl 1932 in Deutschland mit einem ähnlichen Rettungspaket wie heute das Bankwesen gerettet wurde (1932 war der Staat mit 90 Prozent an der Dresdner, mit 70 Prozent an der Commerz- und Privatbank und 30 Prozent an der Deutschen Bank beteiligt). Nur wenige Monate später wurde die Flucht aus der Weltwirtschaft seitens Großbritanniens und der USA mit massivem Protektionismus verstärkt.
Krisenverschärfung durch US-Protektionismus?
Ja, und auch hier lohnt ein Blick auf die Gegenwart. Der designierte US-Präsident Barack Obama machte im Wahlkampf zumindest klar deutlich, dass er zum Schutz der amerikanischen Arbeitnehmer durchaus bereits sei, protektionistisch tätig zu werden. Unter anderem kündigte er an, die NAFTA (Freihandelsabkommen mit Kanada und Mexico)-Regelungen neu gestalten zu wollen.
Bleibt am Ende nur die Hoffnung, dass IHN am Ende des Tages sein Wahlkampfgeschwätz von gestern nicht mehr interessieren wird.