"Schlechtwetterboten“ sorgen für Abkühlung an den Märkten
Katja Kram in Insider Daily
vom 26. Mai 2009, 14:30 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das waren dann doch zu viele "Schlechtwetterboten" auf einmal. Die Uneinigkeit in Sachen Opel sowie die vermutlich unausweichliche Insolvenz des Mutterkonzerns General Motors und nun die Nachricht vom dramatisch eingebrochenen Export - im ersten Quartal 2009 um 9,7% - sind einfach zuviel für das Anlegergemüt. Zudem belasten Gewinnmitnahmen die deutschen Indizes. Der DAX sauste heute bis zum Mittag um 1,91% auf 4.824 Zähler runter. Auch so manche Neuigkeiten von Hauptversammlungen einiger Unternehmen können die Aktionäre nicht wirklich beruhigen.
Klöckner & Co. sieht einer langen Durststrecke entgegen
So äußerte sich der Stahlhändler Klöckner & Co SE heute auf der Hauptversammlung nur sehr wage zum Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres. Vorstandsvorsitzender Thomas Ludwig sagte auf der Hauptversammlung: "Wir müssen heute davon ausgehen, dass die weltweite Nachfrage auch in den nächsten Jahren deutlich unter dem Niveau des Rekordjahrs 2007 liegen wird", und nahm damit bereits vorweg, dass mit einer schnellen Erholung in der Branche nicht zu rechnen sei. Noch immer würden die Lagerkapazitäten abgebaut. Die schwache Nachfrage nach Stahl führte dazu, dass die Stahlproduktion derzeit nur auf "halber Kraft" fährt. Die Auslastung der Stahlwerke sei auf 50% herunter gefahren worden. Zudem wirke sich auch der stark gesunkene Stahlpreis negativ auf das Geschäft aus. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlitt Klöckner & Co. Einen Absatzeinbruch zum Vorjahreszeitraum um 38%. Der Umsatz ging um 34% von 1,1 Mrd. Euro im Vorjahr auf 126 Mio. Euro zurück.
Deutsche Bank gibt sich nach wie vor zielbewusst
Josef Ackermann scheint in seiner Zunft ein wahres Ausnahmetalent zu sein, denn er will die Deutsche Bank in diesem Geschäftsjahr an eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25% heranführen. Ganz selbstbewusst bekräftigte der der Firmenlenker dieses umstrittene Renditeziel. Für das größte deutsche Kreditinstitut sollte es "selbstverständlich sein, zu dieser Weltspitze zu gehören", sagte Ackermann auf der Hauptversammlung. Er betonte vor seinen Aktionären, dass es ein Grund zur Freude sein sollte, in solchen einen Gewinn zu erwirtschaften.
Nach dem Verlust des Schlussquartals 2008 stieg die Deutsche Bank im Auftaktquartal 2009 mit einem Gewinn von 1,2 Mrd. Euro wie "Phönix aus der Asche". Zwar werde das Gesamtjahr 2009 kein einfaches Jahr, dennoch ist man im Hause des Bankenprimus zuversichtlich, was den weiteren Verlauf des Jahres anbelangt. "Wir sind zuversichtlich, Ihnen künftig wieder eine bessere Ertrags- und Gewinnentwicklung vorlegen zu können. Erste Anzeichen dafür sind im ersten Quartal 2009 bereits sichtbar", sagte Josef Ackermann zu den Aktionären.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Börsentag.
Ihre
Katja Kram