Schlechte Order-Ausführung
Marc Lichtenfeld (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 14. Mai 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
Preise bei der Order-Ausführung: Sechs Schritte zur Behebung von schlechten Ausführungen bei Ihren Maklergeschäften
Liebe Leser,
Wenn Sie ein aktiver Kapitalanleger sind, haben Sie zweifellos schon die Erfahrung gemacht, nach dem Platzieren einer Order am Markt eine Bestätigung sehen zu müssen, die, sagen wir mal, weniger als optimal war.
Eine andere Weise, dies zu sagen, ist „Wir wurden beschwindelt".
Schlechte Preisausführungen sind ein Teil des Handels. Manchmal sehen Sie richtigerweise einen stabilen Angebotspreis und unerklärlicherweise erfolgt die Ausführung zu einem höheren Kaufpreis. Ein anderes Mal bekommen Sie einen Verkauf ausgeführt unter dem niedrigsten Angebot auf Ihrem Bildschirm. Auf die Dauer kann so etwas nicht selten enttäuschend und kostspielig sein.
Die meisten Menschen nehmen einfach einen schlechten Ausführungspreis hin und gehen zum nächsten Handel weiter, entweder in dem sie das verschmerzen oder mit dem festen Vorsatz, ab jetzt nur noch limitierte Aufträge zu verwenden. Es ist etwas, womit ich gelernt habe zu leben - wie das Zahlen von Steuern.
Aber gelegentlich wird mir ein Handel zu solch einem schlechten Preis ausgeführt, dass ich es nicht hinnehmen kann. Anstatt meinen Zorn an meinen Lieben oder dem Familienhaustier auszulassen, erfährt mein Makler in solchen Fällen das volle Ausmaßes meiner Frustration. Dies ist ein Problem, das mehr von uns den Institutionen mitteilen müssen, denen wir die Abwicklung unserer Handelsgeschäfte anvertrauen.
Hier folgt, wie Sie - auf konstruktive Weise - unangemessen schlecht bepreisten Handel bekämpfen können.
Minimierung der Angebot/Nachfrage-Schwindelei der Market Maker
Die "Angebot"- und "Nachfrage"-Preise, die Sie bei den meisten Aktienkursen sehen, zeigen die Preise an, die die Marktkräfte als den Preis diktieren, für den Sie verkaufen (das Angebot), und den Preis, zu dem Sie kaufen (die Nachfrage) können. Die Spanne (Spread) zwischen diesen Preisen ist das, was die Wertpapierhändler an jeder Transaktion "verdienen".
Als ich damals im institutionellen Eigenhandel tätig war, hassten wir alle die Market Maker - die Kerle, welche die Bid-/Ask-Kurse der Nasdaq festlegten.
Sie schienen ständig Schweinereien zu veranstalten, wie das nicht Würdigen ihrer Preise, oder das Ausführen von Aufträgen unter dem Angebot oder über dem Gebot. Es gab Tage, an denen ich sicher war, wenn ein Wertapierhändler jemals in unser Büro spaziert wäre, wäre seine körperliche Gesundheit ernsthaft gefährdet gewesen.
Ich kam kürzlich in eine Situation, in der ein Wertpapierhändler eindeutig sein System nicht aktualisierte, als der Markt eröffnete, und mir somit ein furchtbarer Ausführungspreis zu Teil wurde.
Eine Sekunde später stimmten die Notierungen mit dem überein, wo hätte gehandelt werden sollen, aber mir wurde der niedrigere Preis aus der Eröffnung gegeben. Das war ein Problem, weil es meinen Stop-Loss auslöste - was nicht geschehen wäre, wenn der Kurs korrekt gewesen wäre, als der Markt eröffnete.
Mögliche Gründe für einen schlechten Ausführungspreis schließen das nicht rechtzeitige Aktualisieren der Makler-Notierungen ein - und selbst eine geringe Verzögerung kann die Diskrepanz verursachen.
Jedoch haben Broker Geschäftsbedingungen, die sagen, dass sie für schlechte Notierungen nicht verantwortlich sind, da sie diese von einem Drittversorger erhalten.
So sitzen Sie in der Klemme, richtig? Vielleicht auch nicht ...
Wie Sie für einen schlechten Ausführungspreis entschädigt werden können
Es gibt einige Dinge, die Sie tun können, wenn Sie mit einem schlechten Ausführungspreis konfrontiert sind:
Ich setze einen der Online-Discount-Broker ein. Und weil ich jahrelang ein guter Kunde gewesen bin, wird die Gesellschaft, wenn ich jemals irgendwelche Beschwerden habe, gewöhnlich auf mein Konto schauen und sehen, dass ich jemand bin, den sie gern beruhigen (und als einen geschätzten Kunden behalten) würden, wenn möglich.
- Bei Ausführungspreisen, von denen ich glaube, dass sie unfair sind, wähle ich die kostenlose Service-Nummer und erkläre die Situation. Der Kundenbetreuer wird dann einen Blick auf die Zeit und die Verkaufshistorie werfen, die genau zeigt, wo die Kauf/Verkauf-Preise zu dem Zeitpunkt standen, als die Order durchgeleitet wurde.
- Jedoch sind Kundendienst-Mitarbeiter gewöhnlich machtlos, irgendetwas nachträglich an der Ausführung zu ändern, sobald sie erfolgt ist. Und in 99 von 100 Fällen werden sie somit darauf bestehen, dass es ein gültiger Handel sei.
- In diesem Fall ist das, was ich immer tue, mich ein wenig mehr zu beschweren (gerade so, dass sie merken, wie unglücklich ich als ein geschätzter Kunde bin), und dann bitte ich sie um einige gebührenfreie Trades als eine Geste guten Willens.
Obwohl das den Unterschied zwischen dem Preis, den Sie bekommen haben, und dem, der es Ihrer Meinung nach hätte sein sollen, nicht ausgleichen mag, ist das Endergebnis, dass der Handel nicht rückgängig gemacht werden wird. So gibt es eine gute Chance, dass der Kundendienst-Mitarbeiter glücklich sein wird, Ihnen einige gebührenfreie Trades zu geben. Wenn nicht, verlangen Sie, mit einem Vorgesetzten zu sprechen.
Aber wie steht es damit, wenn Sie ein Problem haben, das so ernst ist, dass einige freie Trades nicht befriedigend sein werden?
So habe ich die oben erwähnte Situation mit der verzögerten Kursstellung angepackt:
- Nach dem Telefonat mit meinen Broker, um mich zu beschweren und mir erzählen zu lassen, dass es eine gültige Kursstellung gewesen sei (Überraschung, Überraschung), steigerte ich den Druck und sprach mit einem Vorgesetzten, der jedoch dasselbe sagte.
- Da der Wertpapierhändler seine Kursstellung nicht aktualisiert hatte, als der Markt eröffnete, forderte ich, dass mein Broker für mich kämpfen und den Wertpapierhändler dazu bringen solle, den Handel rückgängig zu machen, weil sich die Aktie seitdem beträchtlich bewegt hatte. Die Person, mit der ich sprach, verweigerte dies.
- Ich fragte nach der Handelsuntersuchungsabteilung. Ein anderer Angestellter erzählte mir dasselbe. Schließlich, die vierte Person, mit der ich sprach, rief den Wertpapierhändler an und ließ den Handel annullieren.
Die Moral der Geschichte ist: Wenn Sie wissen, dass Sie Recht haben und unfair behandelt worden sind, kämpfen Sie darum. In diesem Fall sparte es mir Hunderte von Dollars.
Aber das ist nichts, was Sie wöchentlich oder auch nicht mal monatlich tun sollten. Wenn Sie es tun, könnten Sie Ihren Status als ein "geschätzter Kunde" verlieren.
Sechs Schritte, um den schlechten Ausführungspreis Ihres Brokers anzupacken
Hier sind sechs Tipps für den Umgang mit Ihrem Broker und dafür, den durch die schlechte Ausführung oder schlechte Ausführungspreise verursachten Schaden ersetzt zu bekommen:
- Seien Sie kein Dauer-Beschwerer: Wählen Sie die Fälle, in denen Sie eine schlechte Behandlung erhielten, gut aus, sonst wird Ihr Broker denken, dass Sie blinden Alarm schlagen und wird aufhören, Ihnen kleine Gefälligkeiten zu geben. Es kann dann sogar sein, dass man gar nicht wirklich versuchen wird, Ihr Problem zu beheben, selbst wenn ein wirkliches vorliegt.
- Seien Sie ruhig und professionell: Erklären Sie Ihr Anliegen auf eine kurz gefasste und höfliche Weise. Wenn Sie brüllen und schreien, fluchen oder sich auf irgendeine andere Weise würdelos verhalten, sind die Chancen zu bekommen, was Sie wollen, viel niedriger. Aber wenn Sie vernünftig sind, erwecken Sie den Eindruck, dass Sie wissen, worüber Sie sprechen.
- Seien Sie vorbereitet: Es ist gut, die Tatsachen jedes Handels und die Details seiner Ausführung zu wissen, bevor Sie anfangen, Forderungen zu stellen. Fragen Sie sich außerdem, wie Ihre optimalen Ergebnisse sein werden. Werden Sie sich mit dem Annehmen einiger kostenloser Trades zufriedengeben, oder ist dieser Fehler ernst genug, um eine Eskalation Ihres Anliegens zu begründen?
- Sagen Sie dem Broker, was Sie wollen: Nachdem Sie das Problem erklärt haben, informieren Sie ihn, sofern der Broker die Sache nicht beheben kann, wie Sie entschädigt werden möchten. Gewöhnlich sind Freitrades die Antwort, da man beim Broker kein Geld zurück auf Ihr Konto buchen wird.
- Verlangen Sie, mit dem Vorgesetzten zu sprechen: Wenn Sie eine Situation nicht zu Ihrer Zufriedenheit am Anfang der Rangfolge lösen können, fahren Sie fort, die Hierarchie hinaufzusteigen.
- Schreiben Sie an die Geschäftsführung: In mehreren Fällen, in denen ich ein unbefriedigendes Ergebnis erhalten habe, habe ich dem Vorstand des Brokers direkt geschrieben. In jedem Fall bekam ich sehr schnell eine Antwort und erhielt eine Lösung für mein Problem.
Kurz gesagt, Sie müssen nicht tatenlos die schlechte Behandlung oder gar Lügen durch einen Broker oder irgendeinen Wertpapierhändler hinnehmen. Indem Sie nach einer schlechten Orderausführung für sich selbst eintreten, können Sie sich auf die Lebenszeit Ihres Portfolios gerechnet einige Tausender sparen.
Erfolgreiches Anlegen wünscht Ihnen
Marc Lichtenfeld
KOMMENTAR ZUM ARTIKEL VON HERR LICHTENFELD :
Ich kann Herrn Lichtenfeld nur zustimmen. Das Thema "fragwürdige Orderausführung" ist leider auch regelmäßig immer einmal wieder Bestandteil meiner Alltagserfahrung. Ganz übel mitspielen kann einem dies auch bei den Bid-Ask-Spannen im Optionshandel, wenn man nicht vorsichtig ist und bei der Ordereingabe genau aufpasst. Die entsprechenden Ärgernis- und Horrogeschichten erspare ich Ihnen an dieser Stelle besser...
Ebenfalls ganz gut funktionieren kann in begründeten Fällen übrigens auch das Kontaktieren der entsprechenden Börsenaufsicht, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich ein Makler oder Emittent wieder einmal wirklich grobe Dinge geleistet haben sollten, die Sie keinesfalls in der dargebotenen Form akzeptieren können und man Sie bei Ihrem Broker versucht mit leeren Ausreden und hohlen Phrasen abzuwimmeln.
Beste Grüße
Alexander Hahn