Schlechte News für Europa
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 04. März 2005 12:00 Uhr
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Und noch mehr schlechte News für Europa: Der Internationale Währungsfonds IWF hat seine Wachstumsprognose für Deutschland von 1,8 % auf 0,8 % gesenkt, laut der Financial Times Deutschland. (Erst diese Woche stieg die deutsche Arbeitslosenquote auf das Rekordhoch von 12,6 %!)
Für die gesamte Eurozone reduziert der IWF seine Wachstumsprognose von 2,2 % auf 1,6 %. Und die OECD meint in einer aktuellen Analyse, dass der europäische Kontinent nur dann den amerikanischen Lebensstandard erreicht, wenn er seinen Arbeitsmarkt von Restriktionen befreit.
Alles, was diese schlechten Nachrichten erreichten, war ein mageres Minus von 0,4 % beim Euro gegenüber dem Dollar.
Das sollte doch interessant sein: Eine deutsche Arbeitslosenquote von 12,6 % und drastische Verringerung der Wachstumserwartungen für das laufende Jahr führen dazu, dass der Euro immer noch bei rund 1,31 Dollar steht. Wenn heute Nachmittag die neuesten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt veröffentlicht werden, dann könnten wir wieder Zeuge der dummen Reaktion der Währungsspekulanten werden, wenn die Zahl der NEU geschaffenen US-Arbeitsplätze ein paar Tausend "unter den Erwartungen" bleiben würde und der Dollar umgehend deutlich fallen würde ...
*** Mittlerweile sollten die Papiere für die Steuererklärung bei Ihnen eingetroffen sein, und diese Ausrede fällt also weg. Normalerweise verbinde ich diese widerwärtige Arbeit der Steuererklärung mit einem Update meiner eigenen finanziellen Situation, darunter eine neue Berechnung des Nettovermögens der Familie und der finanziellen Ziele.
Wenn ich mit Freunden spreche, dann bin ich immer wieder überrascht, wie wenig Leute das tun. Ich verstehe das nicht. Nicht zu wissen, wo man finanziell steht, ist so, als ob man im Dunkeln in die Berge fährt, ohne Landkarte und ohne funktionierende Scheinwerfer: Nach der ersten Kurve macht es keinen Spaß mehr.
Und dennoch fehlt es nicht an hoch gebildeten Leuten, die dieses finanzielle Update Jahr für Jahr nicht durchführen, und die sich dann fragen, warum sie nie etwas Solides erreichen in Bezug auf ihren eigenen Vermögensaufbau. Meine Frau und ich besuchten vor kurzem Freundein einem großen, schönen Haus in einem besseren Vorort. Vor der Garage stand ein gigantischer neuer Sportwagen, daneben ein neuer Importwagen.
Auch das Innere des Hauses sah nach Reichtum aus. Nicht protzig, keineswegs. Es gab geschmackvolle Kunstwerke an den Wänden, und einen Flachbildschirm-Fernseher neben einem offenen Laptop und einem Desktop-Computer. Auch der Weinkeller war gut mit importierten Weinen gefüllt.
Kurz gesagt: Das ist das Bild von Reichtum. Der "American Dream" kann nicht besser als das sein. Solange man nicht nachrechnet.
*** Wenn man sich daran gewöhnt hat, sich selbst und die Nachbarn aus einer Zahlenperspektive heraus zu betrachten, dann sind die Dinge nicht mehr länger das, was sie zu sein scheinen. Statt dem schönen 6-Schlafzimmer-Haus sieht man auf einmal eine Hypothek von 300.000 Dollar, die zwischen 10.000 und 15.000 Dollar pro Jahr nur an Zinsen kostet, und 4.000 Dollar Grundsteuer.
Statt den zwei Wagen sieht man zwei Kredite, mit Tausenden Dollar Zinsen.
Wie Millionen von Amerikanern haben unsere Freunde einen Lebensstil, von dem sie denken, dass sie sich ihn leisten können. Aber wie alle diese Millionen von Amerikanern haben die Entscheidungen, die sie im Laufe der Jahre getroffen haben, fast garantiert, dass sie niemals wirklichen Reichtum erreichen werden, solange sie ihre Leben nicht drastisch ändern.
Das wissen sie auch. Sie sind schließlich kluge Menschen. Auch sie können rechnen, und das erfüllt sie mit einem gewissen Unwohlsein. Und es ist ja nicht so, als ob sie nicht versucht hätten, es zu ändern. Sie waren sogar bei einem Finanzberater. Dieser Typ räusperte sich und murmelte und kalkulierte. Und dann kalkulierte er noch ein bisschen. Dann überprüfte er die Zahlen, und dann sagte er ihnen, dass sie ungefähr 2 Millionen Dollar bräuchten, um sich den Ruhestand leisten zu können, den sie haben wollen. Witzig, ich kenne ungefähr ein halbes Dutzend Leute, bei denen die Finanzberater rechneten und rechneten und dann zum selben Ergebnis kamen.
Sie wollen dieses Ziel erreichen. Deshalb haben sie sogar einen Familien-Haushaltsplan aufgestellt.
*** Lassen Sie uns die Fakten ansehen. Weniger Ausgaben ist gut. "Sparen" ist gut. Aber Cents zählen und Coupons ausschneiden hat noch niemanden reich gemacht. Solange man sein Verhältnis zum Geld nicht ändert, wird all dieses Budgetieren und Pfennigfuchsen wenig bringen. Ich werde dieses Thema hier im Trader's Daily weiter ausführen!