Schlechte News für Anleihen sind gute News fürs Gold
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily
vom 12. Februar 2003 18:00 Uhr
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Zunächst eine Mitteilung in eigener Sache: Mein Kollege Bill Bonner hat mich kontaktiert – leider ist er noch unterwegs, weshalb er für heute keinen Artikel abliefern konnte. Sein Vertreter Addison Wiggin ist gestern in Nicaragua gelandet, hat aber derzeit weder ein funktionierendes Telefon noch CNN noch Zeitungen zur Verfügung. Dennoch schickte er einen Artikel der besonderen Art – siehe unten. Doch zunächst zu den aktuellen News: Der Irak hat jetzt erlaubt, dass auch sogenannte U–2 Überwachungs-Flugzeuge über sein Territorium fliegen dürfen. Gleichzeitig wurde versprochen, mit den UN-Waffeninspektoren besser zusammenzuarbeiten. Offensichtlich scheint es dem Irak lieber zu sein, dass die USA den Irak überwachen und auszuspionieren, als das sie das Land bombardieren.
Angesichts dieser Konzession des Iraks kam der Goldpreis zurück, auf 364,20 Dollar pro Feinunze. Auch der Ölpreis fiel leicht. Währenddessen gab es einige Investoren, die wieder Aktien kauften. Bei den US-Bonds gab es wenig Bewegung. Aber der Anleihenmarkt könnte auch nur die Ruhe vor dem Sturm genießen.
"Nur weil die Spekulationsblase am Anleihenmarkt noch nicht geplatzt ist, bedeutet das nicht, dass es dort keine Spekulationsblase gibt", so das Team von Resource Trader Alert (RTA). "Die Kriegsangst und die Flucht in die 'sicheren Häfen' mögen den Tag des Erkennens verschoben haben – aber nicht notwendigerweise eliminiert. Die Inflation steigt sowohl in den USA als auch in der Eurozone, und sei es nur wegen den steigenden Energiepreisen. Der Ölpreis ist in Dollar gemessen in den letzten 12 Monaten um 65 % gestiegen, in Euro gemessen um 35 %.
"Aber es ist nicht nur das Öl", so das RTA-Team weiter. "Der Index der Rohstoffpreise ist seit den Tiefs des letzten Jahres um satte 32,2 % nach oben geschossen ... die massive Erhöhung der Geldmenge, die Rückkehr zum 'deficit spending' und die inflationären Effekte eines Kriegs machen es schwer, die niedrigen Renditen und damit hohen Kurse der US-Anleihen zu rechtfertigen ... die Bush-Administration prognostiziert, dass das amerikanische Haushaltsdefizit in den nächsten 5 Jahren insgesamt bis zu 1,8 Billionen (!) Dollar erreichen könnte ..." Es gibt sehr viele Gründe, warum man US-Anleihen zu den derzeitigen Kursen NICHT lieben sollte.
Was schlechte News für Anleihen sind, sind gleichzeitig gute News fürs Gold ... das ist meistens der Fall. Aber merkwürdigerweise sind in den letzten Monaten sowohl der Goldpreis als auch die Anleihenkurse gestiegen. Aber dieser gemeinsame Tanz wird wahrscheinlich sehr bald enden. Die wiedergeborenen inflationären Trends, die sich in den USA entwickeln, sind SEHR schlechte News für die Bonds und SEHR gute News für das Gold. Das ist der Grund, warum wir vom Investor's Daily Anhänger des gelben Metalls sind. Gleichzeitig fragen wir uns, wann die monatelange Rally des Goldes eine Atempause machen wird. War der jüngste Kursrückgang beim Gold der Beginn dieser erholsamen Pause?
Angesichts der dramatischen Kursgewinne des Goldes wäre ein dramatischer temporärer Kursrückgang nicht verwunderlich. Aber langfristig würde ich nicht gegen das gelbe Metall wetten. Der Goldpreis befindet sich in einem langfristigen Bullenmarkt.
Langfristige Investoren sollten lieber nicht versuchen, jede kleine Kursbewegung mitzunehmen. Eine andere Frage ist, wie groß der Anteil von Gold bzw. Goldaktien am Gesamtwert des Depots sein sollte. Frank Holmes, Vorstandsvorsitzender der Fondsgesellschaft U.S. Global, hat Folgendes errechnet: Ein Depot mit 20 % Goldaktien hat in den letzen 30 Jahren eine höhere Rendite bei gleichzeitig geringerem Risiko erwirtschaftet als ein Portfolio, das nur aus S&P 500-Titeln bestand.
Das klingt ja schön und gut, aber ich würde lieber wissen, wie hoch der Anteil von Gold und Goldminenaktien für die NÄCHSTEN 30 Jahre sein sollte. Ob der optimale Anteil bei 20 % oder 2 % liegt, muss jeder selbst entscheiden. Aber wenn der Dollar weiter fällt – was eine Möglichkeit ist – dann wäre sogar ein Anteil von 20 % inadäquat.