Satte Insiderkäufe beim Online-Tierhändler zooplus

Kathrin Dörfeld in Insider Daily zum Thema zooplus Aktie
vom


die Deutschen gelten bekanntlich als ein sehr tierliebes Völkchen. Rund 31 Millionen besitzen hierzulande ein Haustier, einen Hund als treuen Weggefährten oder einen dicken Schmusekater, mit dem man abends zusammen auf der Couch gemütlich den Tag ausklingen lassen kann. Zählen Sie selbst vielleicht auch zu den Haustier-Besitzern? Dann kennen Sie bestimmt zooplus - den größten Onlinehändler für Heimtierbedarf.


Der Münchener Internet-Händler blickt nach langer Durststrecke nun endlich wieder mit deutlich mehr Optimismus in die Zukunft, nachdem die Aktien des Heimtierprodukte-Anbieters in den vergangenen Monaten kräftig unter die Räder geraten waren. Der Münchener Konzern erzielte im Auftaktquartal 2012 ein leichtes Plus von 70.557 Euro, ganz zur Überraschung vieler Analysten. Ein Jahr zuvor stand an dieser Stelle nämlich noch ein Verlust von rund 1 Mio. Euro. Somit liefen die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres für den Online-Händler durchaus positiv an: Die Gesamtleistung stieg von 60,6 auf 73,6 Mio. Euro. Beachtenswert ist dabei, dass dieser Zuwachs im Wesentlichen durch 25% höhere Umsatzerlöse in Höhe von 70,3 Mio. Euro (Vorjahr: 56,3 Mio. Euro) getragen wurde. Das operative Ergebnis (EBITDA) lag bei 0,4 Mio. Euro nach einem Minus von 1,1 Mio. Euro vor Jahresfrist.

Insider kaufen fleißig zooplus-Aktien

An dieser positiven Entwicklung erfreuen sich auch die Manager der zooplus AG. Gleich zwei Vorstandsmitglieder sowie zwei Verwandte des Vorstandsvorsitzenden Dr. Cornelius Patt, haben letzte Woche fleißig Aktien des Tierprodukte-Anbieters gekauft. Patt erwarb am 28. Juni 2.540 Aktien zu einem Kurs von 24,50 Euro. Das Transaktionsvolumen lag bei 62.239 Euro. Auch die Kinder von Dr. Cornelius Patt haben offensichtlich Vertrauen in das Unternehmen ihres Vaters. Valentina und Constantin Patt erwarben jeweils 1.000 und 918 Aktien zu Kursen von 26,10 Euro bzw. 24,17 Euro. Auch der Finanzvorstand von zooplus, Florian Seubert, kaufte 1.600 unternehmenseigene Aktien zu einem Kurs von 24,59 Euro. Damit kam er auf ein Gesamtvolumen von 39.344 Euro.

Datum

Name Insider

Stellung

Anzahl

Kurs in Euro

Volumen in Euro

28.06.2012

Dr. Cornelius Patt

Vorstandsvor-

sitzender

2.540

24,50

62.239

28.06.2012

Florian Seubert

Finanzvorstand

1.600

24,59

39.344

29.06.2012

Valentina Patt

Mit dem Vorstand in

Verbindung

stehende Person

1.000

26,10

26.098

28.06.2012

Constantin Patt

Mit dem Vorstand in

Verbindung

stehende Person

918

24,17

22.187,94

Ausweitung des Marktanteils ist Programm

Aktuell besitzt der Internet-Versandhändler einen Marktanteil von rund 7% in Deutschland. Damit gibt sich das Unternehmen aber nicht zufrieden. Die Münchener peilen eine Verdopplung des Heimatanteils an. Ganze 15% wären nach Angaben des Konzerns auf längere Sicht möglich: "Mit 150 Mio. Euro geschätztem Deutschland-Umsatz in diesem Jahr kommen wir auf mehr als 7% in einem 2,2 Mrd. Euro Markt. 10 bis 11% und langfristig sogar 15% Marktanteil sollten wir in Deutschland schaffen", sagte Finanzvorstand Florian Seubert in einem Interview mit der Euro am Sonntag. Neben dem Wachstum in den eigenen Gefilden konzentriert sich der Konzern wie gehabt weiterhin auf eine straffe Expansion in anderen europäischen Ländern, vor allem auf den russischen Markt hat es zooplus abgesehen. "Hohes Wachstum, also wie bisher mehr als 30% pro Jahr, hat mindestens für die nächsten zwei Jahre weiter Vorrang", erklärte Florian Seubert gegenüber der Euro am Sonntag. Insgesamt ist zooplus heute in 20 Ländern Europas engagiert. Mit einem eigenen Web-Angebot ist der Internet-Versandhändler beispielsweise in Frankreich, den Niederlanden, Polen, Italien, Österreich, Irland, Belgien, Spanien, Finnland, Tschechien, der Slowakei und in England vertreten. Durch eine Internationalisierungsstrategie erhofft sich der Konzern, das Wachstum wie bisher vorantreiben zu können. Florian Seubert verwies weiterhin darauf, dass zooplus inzwischen auch in Ungarn, Rumänien und Slowenien mit lokalen Web-Angeboten vertreten sei. Außerdem kam es zu der Eröffnung eines Lagers in der Türkei, welches eine Kapazität von gut 50 Mio. Euro bezüglich des Jahresumsatzes besäße.

Bislang hat sich der osteuropäische Expansionskurs allerdings noch nicht wirklich ausgezahlt. Die Kosten für die Expansion hatten das Unternehmen zuletzt immer wieder in die Verlustzone gedrückt und dementsprechend die Ertragsentwicklung immens belastet. Die Expansion erscheint zunächst teuer, dürfte sich allerdings in der Zukunft des führenden deutschen Internet-Händlers für Heimtierprodukte bezahlt machen. Unter dem Gesichtspunkt, dass gerade Länder wie Russland oder die Türkei enorme Marktchancen bieten, sind die Investitionen mehr als gerechtfertigt. Nach einer Studie des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe ist Russland in Sachen Haustierhaltung (knapp 39 Mio. gehaltene Heimtiere) die Nummer eins in Europa.

Bis sich die Investitionen für zooplus auszahlen, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Ziel der Münchener ist es, die Gesamtleistung im laufenden Jahr auf mindestens 320 Mio. Euro (nach 257 Mio. Euro im Vorjahr) zu steigern, 2013 sollen es bereits 400 Mio. Euro werden.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.

Ihre

Kathrin Dörfeld


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