SAP in Shopping-Laune – Ariba wird die nächste Eroberung

Kathrin Dörfeld in Insider Daily zum Thema Dax 30
vom


der Standardsoftware-Entwickler SAP überrascht die Anleger und Experten mit einem weiteren Milliarden-Zukauf. Erst im Februar hatte das Unternehmen den Cloud-Anbieter SuccessFactors für 2,5 Mrd. Euro übernommen und die Shopping-Laune hält weiterhin an: Als nächstes will sich der Softwareriese das US-Unternehmen Ariba unter die Nägel reißen.


Aber von vorn. Wie es aussieht, möchte SAP die weltweite Spitzenposition bei Cloud-Lösungen einnehmen. Cloud Computing bedeutet, dass Daten von Computernutzern nicht mehr auf dem eigenen Rechner, sondern auf Servern von Dienstleistern gespeichert werden - sozusagen in einer "Datenwolke". Um die Cloud-Führung zu erklimmen, ist dem Walldorfer Konzern kein Preis zu hoch und kein Unternehmen zu fern, welches nicht irgendwie einzuverleiben ginge. Der Softwaregigant kündigte nun eine milliardenschwere Übernahme der amerikanischen Firma Ariba, ein Anbieter von Online-Handelsnetzwerken, an. "Es gibt weltweit kein besseres Unternehmen, das mehr Synergien mit SAP hat, als Ariba", sagte der SAP-Co-Vorstandsvorsitzende Jim Hagemann Snabe. Er betonte weiterhin, dass der amerikanische Cloud-Experte ein klar führendes Unternehmen in seinem Segment sei. Er betreibe die größte Handelsplattform, auf der ein Handelsvolumen von 319 Mrd. Dollar abgewickelt werde. Zu den Arbia-Kunden gehören unter anderem Größen wie die Deutsche Bank oder auch Walt Disney.

SAP greift tief in die Taschen

In Zahlen ausgedrückt bedeutet die Firmenübernahme, dass SAP großzügige 4,3 Mrd. Dollar (3,38 Mrd. Euro) für ihre Neueroberung auf den Tisch legen wird. Bis dato ist das Geschäft allerdings noch nicht ganz in Sack und Tüten, unter anderem müsse die Übernahme noch von den Ariba-Aktionären und den zuständigen Kartellbehörden abgesegnet werden. Der Abschluss der Transaktion werde dann für das dritte Quartal erwartet. Ariba-Chef Bob Calderoni soll den Angaben zufolge nach Abschluss des Geschäfts in den erweiterten SAP-Vorstand einziehen. Ariba selbst solle eine eigenständige Geschäftseinheit bleiben und unter dem Namen "Ariba, ein Unternehmen der SAP" geführt werden.

Das Wettrennen um die Vorherrschaft

Die im Februar einverleibte SuccessFactors, übrigens auch eine amerikanische Firma, und die zukünftige Eroberung Ariba sollen der SAP zu ihrem Ziel verhelfen: Die Vormachtstellung in den Lösungen der Internet-Clouds zu ergattern. "Wir haben uns vorgenommen, das Rennen in der Cloud zu gewinnen", hatte der SAP-Vorstandsvorsitzende Bill McDermott bereits im Januar gesagt. Bis 2015 will der Softwarehersteller im Cloud-Bereich 2 Mrd. Euro umsetzen.

Unter allen weltweiten Handelsbeziehungen gehen bereits 63% auf SAP-Kunden zurück, erklärten die Walldorfer. Mit dem Zukauf von Ariba werde die Vernetzung nochmals entschieden verbessert: "Je mehr Käufer und Verkäufer in einem solchen Netzwerk zusammenkommen, desto attraktiver wird es", sagte Jim Hagemann Snabe. Nach Angaben von SAP ist Ariba gemessen am Umsatz der weltweit zweitgrößte Cloud-Anbieter. Die Kalifornier konnten im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatzanstieg um 40% auf 444 Mio. Dollar verbuchen.

SAP hat das Jahr 2012 zur "Shoppingmeile" erklärt. Binnen weniger Monate stemmt der Softwaregigant Milliarden-Summen für gleich zwei Firmenübernahmen. Jim Hagemann Snabe und sein Kollege Bill McDermott erklärten aber, dass es nie der Plan der SAP gewesen sei, sich Marktanteile dazuzukaufen. SAP wolle mit eigenen Ideen wachsen: "Unsere Strategie ist es nicht, Unternehmen zu übernehmen. Immer wenn wir eine Übernahme gemacht haben, war es, um uns selbst weiter nach vorne zu bringen."

Ich wünsche Ihnen eine schöne und sonnige Restwoche.

Ihre

Kathrin Dörfeld


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