Saisonalität bei Goldaktien
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 9. September 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Gestern haben wir uns mit der Saisonalität im Goldpreis beschäftigt. Der September gilt traditionell als der beste Monat für Gold., d.h. als der Monat welche in der Vergangenheit im Durchschnitt die höchste Rendite erwirtschaftet hat.
Seit 1980 hat der September im Durchschnitt eine Goldpreis-Rendite von 2,5% erbracht. Betrachtet man allerdings die September-Rendite im Durchschnitt der letzten 8 Jahre, dann zeigt sich, dass diese seit Beginn des stetigen Aufwärtstrends im Gold sogar noch gewachsen ist. Seit 2001 liegt die durchschnittliche September-Rendite sogar bei 4%. Seit 1980 ist in 16 von 20 September-Monaten der Goldpreis gestiegen. Damit ist der September der erfolgreichste Gold-Monat.
Doch sehen wir uns noch einmal die Saisonalität im Goldpreis an:
Quelle: australian-gold.com
Wir sehen, dass in diesem Vergleich auch der November und der Dezember sich mit Renditen von über 3% sehen lassen können.
Doch wie steht es eigentlich mit den Gold(minen)aktien?!
Sehen wir uns zunächst folgenden Chart an:
Quelle: nowandfutures.com
(in blau - saisonale Bewegungen im XAU; in gelb - saisonale Bewegungen im XAU in den Jahren 2001 - 2006)
Der Chart vermittelt uns einen Überblick über die saisonalen Schwankungen im XAU-Index. Der XAU-Index umfasst 16 Gold- und Silberproduzenten und wurde erstmals im Jahre 1979 berechnet. Wichtig ist zu wissen, dass im XAU sowohl Produzenten die eine Hedging-Strategie verfolgen, als auch ungehedgte, vertreten sind. Hedging bedeutet eine Absicherungsstrategie gegen einen Preisverfall. Im vorliegenden Fall bedeutet dies, dass Produzenten die eine Hedging-Strategie verfolgen einen größeren Anteil ihrer Produktion bereits auf Termin verkaufen.
September ist ebenfalls der beste Monat im XAU
Traditionell ist also auch für Goldaktien der Monat September derjenige welcher die höchste Rendite verspricht. (Obgleich sich wohl eine bessere Kaufgelegenheit erst nach dem deutlichen Rückgang im Oktober ergibt - zumindest saisonal bedingt.)
Doch wir sehen zudem, dass Goldaktien gemessen an der Saisonalität, im Gold-Monat September sogar eine höhere Rendite erzielen als das Edelmetall an sich.
Das liegt am Hebel
Goldaktien besitzen in der Regel einen Hebel auf die Preisentwicklung des Metalls. Aus diesem Grund kann der XAU in der Vergangenheit durchschnittlich im September eine doppelt so hohe Rendite erzielen, als das Edelmetall.
Doch Vorsicht, ein Hebel funktioniert immer auch in die Gegenrichtung!
Wenn Gold also fällt, dann fallen Goldaktien ebenfalls deutlicher aufgrund des Hebeleffekts.
Wie kommt dieser Hebeleffekt zustande?
Ganz allgemein gesprochen dadurch, dass eigentlich die Gewinne der Produzenten im Umfeld steigender Goldpreise viel schneller steigen als der Goldpreis selbst. [Allgemein gesprochen sage ich, weil das natürlich von Unternehmen zu Unternehmen variieren kann, wenn das Unternehmen beispielsweise gerade sehr viel Kapital aufwenden muss, um neue Projekte zu explorieren oder bestehende Minen auszubauen. Schließlich hält so eine Goldmine ja nicht ewig und kann bisweilen auch schon innerhalb von nur einem Jahrzehnt erschöpft sein. In diesem Zusammenhang haben es beispielsweise Ölförderer schon weitaus besser.]
Doch generell gilt - wie gesagt - die Gewinne der Produzenten steigen schneller als der Preis. Dies gilt dann insbesondere für solche Produzenten die größtenteils oder gänzlich auf die oben genannte Hedging-Strategie verzichten. Denn wenn das Unternehmen die Möglichkeit hat zum Spotpreis zu verkaufen, kann es explizit am steigenden Goldpreis partizipieren.
Sehen wir uns deshalb doch im zweiten Teil einmal die Saisonalität im HUI-Index an...
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