Saisonale Preistrends bei Agrarrohstoffen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 5. Mai 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
heute möchte ich wieder einmal damit beginnen, in Form einer Serie, Hintergrundwissen aufzuarbeiten. Und zwar spezielles Hintergrundwissen zu Agrarrohstoffen im Allgemeinen und Getreidesorten im Besonderen.
Anfangen möchte ich mit den saisonalen Trends, denen die gehandelten Getreidesorten unterliegen. Beginnen wir mit den Sojabohnen.
Saisonale Preistrends
Grundsätzlich kann man sagen, dass Agrarrohstoffpreise bestimmten saisonalen Trends unterliegen, je nachdem um welchen Agrarrohstoff es sich handelt, wann die Aussaat erfolgt usw.
Natürlich unterliegt die Preisentwicklung den fundamentalen Bedingungen und außergewöhnliche Ereignisse können auch die Preise auf außergewöhnliche Weise beeinflussen, doch im Grunde ist für jeden Agrarrohstoff ein ganz bestimmtes typisches saisonales Muster erkennbar.
Allgemein könnte man es so ausdrücken: die Preise tendieren logischerweise eher nach unten, wenn die Ernte am Markt eintrifft und tendieren eher nach oben, wenn die Pflanze gerade heranwächst, also besonders empfindlich ist gegenüber Wetterbedingungen und Schädlingsbefall.
Um diese saisonalen Preistrends zu erforschen ist es wichtig zu wissen...
- wann die Aussaat erfolgt
- wie lange die Blütephase andauert
- wann die Ernte erfolgt
- welche Besonderheiten überdies spezifisch zu beachten sind
Derlei wollen wir heute eruieren und zwar am Beispiel der Sojabohne.
1. Besonderheit: die Februarpause
Die Sojabohne weist eine spezielle saisonale Besonderheit auf. Diese nennt man auch die Februarpause.
Was geschieht in der Februarpause?
Beginnend im Januar stehen die Sojapreise meist bis Mitte/Ende Februar unter Druck. Erst danach Ende Februar/Anfang März geht der saisonale Aufwärtstrend weiter. Der kleine Kurseinbruch Mitte Februar könnte somit auch noch einmal als Kaufgelegenheit vor einem stärkeren Trend genutzt werden, obwohl der Kursrückgang nach der Ernte im Oktober/November deutlich stärker ist. (dazu im 2.Teil mehr)
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In den USA verkaufen viele Farmer ihre Soja-Ernte erst zu Beginn des neuen Jahres - also etwa im Januar und Februar. Dies zum einen aus steuerlichen Erwägungen und zum anderen, da sie meist zu diesem Zeitpunkt Cash brauchen, um die kommende Aussaat zu finanzieren.
Überwiegend werden in den USA die Sojabohnen auf dem Wasserweg transportiert. Da dies also im Winter (Januar/Februar) geschieht, kann es zu deutlichen Behinderungen kommen, wenn zum Beispiel Flüsse zufrieren. Zwischenhändler gehen deshalb im Januar und Februar mit eher niedrigen Kaufgeboten in den Markt um ihre Margen zu schützen, denn schließlich müssen sie die höheren Transportkosten zu dieser Jahreszeit tragen.
Dies sind die Gründe dafür, dass es bis Mitte/Ende Februar zu einem kleinen Kurseinbruch kommt.
Lesen Sie im 2.Teil weiter...
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