Safe Haven Gold
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 31. Januar 2012, 20:45 Uhr
ENL5454
Das letzte EU-Gipfel-Kaffeekränzchen hat alles beschlossen, was man eben so beschließen kann, ohne sich direkt mit dem schwachen Ast im EU-Bäumchen, namentlich Griechenland, zu beschäftigen. Eigentlich ja richtig süß von den Häuptlingen: für jeden war etwas dabei und jeder konnte zufrieden von dannen ziehen. Denn künftig werden wir Europäer wachsen und sparen gleichzeitig, uns gegenseitig nichts aufzwingen, aber doch kontrollieren. Was will man mehr?! ;-)
Nein, eigentlich möchte ich die Kränzchen-Ergebnisse nicht madig machen, denn so kuddel-muddel-hyper kompromissvoll sie auch sind, so sehr sind sie eben EU-Europa. Und das Wichtigste ist, dass die Märkte daran glauben. Vielleicht mit einem leichten Kopfschütteln und einem kaum zu verkneifenden Schmunzeln, aber immerhin: so lange der Glaube hält, hält auch Europa. Und wenn das der Fall ist, dann sollen sie meinetwegen auch versuchen alles gleichzeitig auf die Beine zu stellen. Denn eigentlich ist das gar nicht mal der falsche Weg. Schließlich sind wir immer noch 17 verschiedene Zonen-Länder mit unterschiedlichsten Voraussetzungen, bzw. 27 EU-Staaten mit ebenso unterschiedlichen Voraussetzungen (na ja eigentlich nur 25, denn die Briten und die Tschechen wollen beim Fiskalpakt nicht mitmachen...aber die ignorieren wir jetzt mal..) und benötigen dementsprechend eigentlich auch bis zu 27 unterschiedliche Lösungsansätze. Wobei generell die übergeordneten Ziele von Wachstum und solider Haushaltspolitik für jeden Staat weltweit als Ziel gelten sollten.
Na ja, mal schauen also...wenn wir es endlich komplett geschafft haben aus dem Fokus zu fallen, haben wir vielleicht wirklich mal ein reelle Chance irgendwann mal auf ein ähnliches Niveau hin zusammen zu wachsen. Dann könnten wir auch endlich ein funktionierender gemeinsamer Währungsraum werden.
Damit das geschieht, muss allerdings endlich das alte Griechen-Dilemma aus dem Fokus verschwinden. Ich hoffe also, Papademos (Griechen-Häuptling) und seine Gläubiger kommen langsam mal in die Gänge - das ist ja nicht zum Aushalten. Und dann bleibt eigentlich nur noch die Frage, wer als erstes die Griechen wird verklagen dürfen. ;-))
Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 23.01.-31.01.2012
Energie
Die Ölpreise trieben in der vergangenen Woche übergeordnet und entlang der Aktienmärkte eher seitwärts vor sich hin. Zwischenzeitlich einen stärkeren Ausschlag konnte zwar die FED in der letzten Woche, mit ihrer Beibehaltung der Niedrigzinspolitik bis 2014 für sich verbuchen, doch die neue Woche startete auch schon wieder schwächer und der EU-Gipfel vermochte ebenfalls nur kurzfristig Unterstützung zu bieten.
Auf der fundamentalen Seite stehen nach wie vor die Nachfrageaussichten eher belastend, den möglichen Angebotsrisiken (u.a. durch das Ölembargo gegen Iran, welches derzeit allerdings nur minimale reale Auswirkungen nach sich zieht, wobei zudem Libyen seine Ölproduktion weiterhin deutlich steigert und mittlerweile fast 80% des Niveaus vor dem Bürgerkrieg erreicht hat) gegenüber.
WTI zur Lieferung im März notiert aktuell bei 98,16 USD pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im März notiert aktuell bei 110,82 USD pro Barrel an der ICE.
Ausblick
Alles in allem bleibt eine gewisse Risikoprämie in den Ölpreisen enthalten, doch gegenwärtig fehlt es an echten preisunterstützenden Faktoren. Dennoch sollten die Preise auf dem aktuellen Niveau nach unten abgesichert bleiben.
Edelmetalle
Die Goldpreise dagegen verbuchten eine weitere Spitzenwoche, wobei insbesondere die Ankündigungen der FED zur Beibehaltung der Niedrigzinspolitik, mit den Spekulationen auf weitere folgende Lockerungsmaßnahmen (dies im generellen Umfeld einer lockeren und vor allem auch auf niedrige Zinsen ausgerichteten Notenbankpolitik in den wichtigsten Staaten) Unterstützung bieten konnten.
Dies in Verbindung mit der generell ja noch lange nicht gelösten Schuldenproblematik der meisten OECD-Staaten, unterstützt die Goldpreise ebenso, wie die physische Nachfrage der Investoren und der generell sehr dynamisch wachsenden Goldnachfrage in China.
Gold in USD notiert aktuell bei 1.737,51 USD pro Feinunze.
Gold in EUR notiert aktuell bei 1.328,41 EUR pro Feinunze.
Ausblick
So lange die genannten Faktoren bestehen, dürften die Goldpreise generell Unterstützung erfahren.
Zum zweiten Teil von: Kupfer – Gewinnmitnahmen
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