Sägezahnmarkt dauert an!
Axel Retz in DAX Daily
vom 06. Juli 2007 08:30 Uhr
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Im gestrigen Daily haben Sie gelesen: „Markttechnisch dauert das Gezerre weiter an: Das 10 Tage-Momentum ist wieder knapp unter seine Mittelpunktslinie abgerutscht und der Zwei Tage-GD auf den kurzfristig eingestellten Stochastik-Indikator ist in seinen oberen Wendebereich vorgerückt.
Damit bleibt es dabei: Der im Chart abgebildete, kurzfristige Aufwärtstrendkanal bleibt entscheidend. Und besonders wichtig bleibt die Marke 8.136, also das alte Allzeithoch. Kann es auf Schlusskursbasis bezwungen werden, eröffnet sich ein Anschlusspotential in Richtung 8.400. Aber eben erst dann!"
Aber eben erst dann – das ist das Problem! In seiner Geschichte hat der Dax sechsmal oberhalb der 8.000er Marke geschlossen. Fünfmal davon in den vergangenen fünf Wochen. Und jedes Mal rutschte der Kurs danach wieder unter dieses Niveau ab. Das ist es, was ich hier im Daily wiederholt als „Sägezahnmarkt" bezeichnet habe.
Dieser Begriff passt gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen kennzeichnet er das in engen Spannen ablaufende Hin und Her, zum anderen „sägt" solch eine Börse am Kapitalstock solcher Anleger, die aus Angst, etwas zu verpassen, in „Trends" investieren, die es gar nicht gibt.
Aus charttechnischer Sicht bedeutet der gestrige Rücksetzer keine neue Weichenstellung: Der lang- und mittelfristige Aufwärtstrend des Dax ist zweifelsfrei intakt, das seit nunmehr fünf Wochen bestehende, volatile Seitwärtsmuster ebenfalls. Das Kursmuster der vergangenen beiden Tage stellt allerdings ein "bearish Engulfung Patter", also ein Verkaufsmuster dar. Um "gültig" zu werden, muss es nun durch zumindest einen weiteren Abwärtstag bestätigt werden.
Markttechnisch hat das gestrige Minus natürlich seinen Tribut gefordert, wie Sie im Chart erkennen. Standen 10 Tage-Momentum und der 2 Tage-Durchschnitt des kurzfristig eingestellten Stochastik-Indikators gestern noch „auf der Kippe", zeigt sich beim letztgenannten Indikator nun ein Hinüberrollen in Richtung abwärts.
Wie es hier weiter geht, wird maßgeblich von den heute Nachmittag veröffentlichten US-Arbeitsmarkdaten für Juni abhängen, vielmehr davon, was die Wall Street aus ihnen macht. Wie es aussieht, wird uns der Sägezahnmarkt wohl noch ein Weilchen erhalten bleiben.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Anleger sollten ihre Positionen durch Stoppmarken absichern. Oder eine kleine Absicherungsposition auf der Putseite kaufen.
Kurzfristig ist der Markt (wieder mal) unter die 8.000er Schwelle gefallen, die sich in den letzten Wochen nicht als nachhaltig überwindbar erwiesen hat. Die technischen Parameter (nicht die ganz kurzfristigen!) haben sich jetzt m. E. jedoch aufgehellt. Ein neuer Call-Einstieg rückt damit näher!
Kurzfristige Widerstände: 8.000, 8.136 (Allzeithoch vom 07. März 2000)
Kurzfristige Unterstützungen: 7.800, 7.450
Viel Erfolg und ein gutes Wochenende!
Axel Retz
