Sägezahnbörse
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 2. Februar 2010, 08:30 Uhr
ENL5454
gestern schienen sich die Anleger wieder ein Herz zu fassen und griffen bei Aktien einfach mal wieder zu. Für einen grundlegenden Stimmungsumschwung hat es jedoch noch nicht gereicht. Alle kurzfristigen Abwärtstrends sind nach wie vor intakt. Vielleicht wird heute ja mehr draus?
Von Schnäppchenpreisen für Aktien kann man nach kaum 10 Prozent Korrektur vom letzten Hoch leider immer noch nicht sprechen, auch wenn Sie das anderswo sehr häufig lesen können. Die Bewertungsmaßstäbe sind im historischen Vergleich nicht als ausgesprochen günstig zu bezeichnen. Ich habe den Verdacht, dass die Aktienmärkte längst eine kräftige Konjunkturerholung eingepreist haben. Was wir in den letzten Monaten sehen, ist jedoch eine moderate Erholung mit vielen Fragezeichen und Rückschlägen insbesondere in Schlüsselsektoren wie Arbeitsmarkt (in Europa jetzt auch 10% Arbeitslosenrate), Konsum oder Immobilien. Und in der Tat kommen ja auch die Aktienmärkte seit September nicht mehr wirklich von der Stelle. Die Bären haben es immerhin geschafft, innerhalb von zwei Handelswochen vier Monate mühsame Bullenarbeit zu vernichten. Beide Seiten schwächeln aber auch. Die Bullen verlieren seit dem Spätsommer 2009 jedes neue Bewegungshoch bereits nach einigen Tagen, während es die Bären noch nicht geschafft haben, den Erholungstrend insgesamt zu kippen.
Anleger, die also relativ spät auf den fahrenden Zug aufgesprungen ist, dürften in den letzten Monaten allem Trommelwirbel in den Medien zum Trotz kaum Gewinne erzielt haben. Und hier liegt auch das Gefahrenpotential der aktuellen Korrektur: Läuft sie zu weit, dann verlassen die Späteinsteiger (darunter sehr viele Großanleger) den Markt, um ihre Verluste zu begrenzen, Dann würden die Kurse erst richtig unter Druck geraten. Und dann würde aus einer kleinen Korrektur plöztlich eine große oder gar eine Trendwende werden. Seien Sie sich also dieses Risikos bewusst, wenn Sie Aktienengagements beabsichtigen. Beobachten Sie den Markt engmaschig, kaufen Sie nicht zu teuer und setzen Sie sich eine Exitstrategie mit Kurszielen und sinnvollen Stoppkursen (so wie ich es in meinem Börsendienst DAX Profits halte). Dann dürfte auch aus dieser Marktphase noch etwas rauszuholen sein.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von rolf christeller (02.02. 2010 18:36 Uhr):
Brauchbarer und hilfreicher Kommentar. Danke
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