S&P 500: Steigende Unternehmensgewinne nicht überbewerten
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily
vom 13. Mai 2003 18:00 Uhr
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Die anhaltende Dollarschwäche beginnt, die Investoren zu beunruhigen. Die Stimmungsindikatoren am Aktienmarkt zeigen allerdings deutlich größeren Optimismus als noch vor einigen Wochen. Das Barron's Magazin schreibt: "Die Stimmung der Investoren, wie man sie durch Umfragen und durch die Preisbildung bei Optionen messen kann, ist sehr bullish. Es gibt eine Denkweise, die eine ganze Reihe von professionellen Anlegern angenommen haben, und die ungefähr so geht: Die Gewinne im ersten Quartal lagen über den Erwartungen, und die Erwartungen für das zweite Quartal sind noch relativ bescheiden. Deshalb sollte der Markt spätestens dann deutlich steigen, wenn auch die Erwartungen für das zweite Quartal übertroffen werden und steigende Gewinnprognosen für 2004 veröffentlicht werden."
Aber so sehr die Investoren auch einen positiven Ausblick haben möchten, es wird immer schwerer, die negativen Faktoren wie den kollabierenden Dollar und die steigende Arbeitslosigkeit zu ignorieren. Was auf den ersten Blick positiv aussieht: Laut der ISI Group sind die Gewinne der S&P 500 Unternehmen (90 % von Ihnen haben ihr Ergebnis fürs erste Quartal präsentiert) im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um ordentliche 14,7 % gestiegen. Lassen Sie uns einmal spaßeshalber annehmen, dass bei den Gewinnen keinerlei Bilanzkosmetik betrieben worden ist und dass Bilanzfälschungen der Vergangenheit angehören. Selbst dann sind diese plus 14,7 % weniger gut als es auf den ersten Blick aussieht.
Denn, wie auch das Barron's Magazin schreibt: "Der Gewinnanstieg für die gesamten S&P 500 Unternehmen ist den Energiegesellschaften zu verdanken, deren Gewinne um über 200 % explodierten – dank dem Anstieg der Energiepreise. Außerdem wirkte sich der schwache Dollar bei exportorientierten US-Unternehmen positiv aus. So gesehen war nur der Vorteil durch steigende Dollar-Umsätze wegen der Dollar-Abwertung dafür verantwortlich, dass die großen US-Unternehmen ein Gewinnwachstum vorweisen konnten."
Netto gesehen bedeutet das, dass die "starken" Quartalsergebnisse im ersten Quartal dem steigenden Ölpreis und dem fallenden Dollar zu verdanken sind. Hmm ... das sieht nicht exakt wie die lehrbuchmäßige Formel für starkes Gewinnwachstum oder nachhaltiges Wirtschaftswachstum aus.