S&P 500 Financial Sector: Abwärtstrend intakt
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 12. März 2008 08:30 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
wenn Anleger an der Börse derzeit eine Branche besonders meiden, ist es die Bankenbranche. Nach dem traurigen Bild, das viele renommierte Institute wie Citigroup, American Express, UBS oder Societe Generale in den vergangenen sechs Monaten abgegeben haben, ist der destratröse Zustand der entsprechenden Börsenindizes nicht verwunderlich. Einer der schwergewichtigsten Indizes ist der S&P500 Financial Sector. Er ist ein Spiegelbild der Kursentwicklung fast aller börsennotierten US-Banken.
Seit dem Beginn des Oktober 2007 verläuft der Index wie auf Gleisen in einem sauberen Abwärtstrend. Ausgehend von einem Doppel-Top bei rund 500 Punkten erreichte die Abwärtsbewegung am Montag dieser Woche bei 314 Punkten einen neuen Tiefpunkt. Die gestrige Liquiditätsspritze der US-Notenbank hat den S&P 500 Financial aus seinem kurzfristigen Abwärtssog befreit und zu einem Kursgewinn von rund 7,5 Prozent geführt. Allein Citigroup und American Express gewannen jeweils über 9 Prozent hinzu.
Kurzfristig können damit weitere Kursaufschläge bis in die Widerstandzone 350/355 Punkte ausgelöst werden. Mittelfristig fehlen aber jegliche Hinweise auf ein Ende des Abwärtstrends. Sehr wahrscheinlich wird der Index noch bis 250 Punktefallen, sich also mindestens halbieren, bevor eine Umkehrformation gebildet wird. Als Richtwert dient das Allzeittief der Citigroup, das im Zuge der letzten globalen Bankenkrise im Jahr 1998 erreicht wurde und bei 10 US-Dollar lag. Nachdem US-Notenbankchef Bernanke eingestanden hat, das es zu Bankenpleiten kommen kann, dürfte die Insolvenzmeldung eines größeren Hauses den befreienden Ausverkauf einleiten und damit die Wende. Das Gerücht, die Investmentbank Bear Stearns stünde kurz davor, löste den Kursrutsch am Montag aus.
