Russlands Beitritt zur WTO – Auswirkungen auf den Devisenmarkt? 4/4

in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
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Die deutsche Wirtschaft jubelt über den Beitritt Russlands zur WTO. Der Markt wurde bereits in den letzten Jahren immer wichtiger. Als Exportabsatzmarkt steht Russland auf Platz vier der Maschinenbauer. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 wurden allein aus dieser Branche Güter in Wert von 5,5 Milliarden Euro nach Russland exportiert. Dieser Wert könnte in den nächsten Jahren kräftig ansteigen und für eine positive Stimmung bei den exportabhängigen Branchen sorgen.


Der Rubel wird nach dem WTO-Beitritt aufwerten

Der WTO-Beitritt Russlands ist jedoch nicht nur für die Gütermärkte von Interesse, sondern wird auch auf dem Devisenmarkt für Bewegung sorgen. Eine massive Aufwertung des derzeit unterbewerteten Rubels ist sehr wahrscheinlich.

Das hat vor allem zwei Gründe.

·         Der Rubel ist derzeit ohnehin stark unterbewertet. Die OECD, die für die wichtigsten Währungen Kaufkraftparitäten berechnet, geht von einem Paritätskurs zum US-Dollar von rund 16 aus. Derzeit kostet ein US-Dollar aber 32 Rubel. Das heißt, dass der Rubel nur eine halb so hohe Kaufkraft hat, wie es nach der Kaufkraftparitäts-Theorie zum Ausgleich der unterschiedlichen Preisniveaus nötig wäre. Bei freiem Waren und Dienstleistungsverkehr werden sich die aus der Unterbewertung ergebenden Preisvorteile Russlands in erhöhter Auslandsnachfrage nach russischen Gütern niederschlagen. Um diese Güter und Dienstleistungen zu kaufen, werden Rubel benötigt - die erhöhte Nachfrage lässt den Rubelkurs steigen.

·         Bei steigendem Außenhandelsbeitrag muss der Außenwert des Rubels steigen, um die Leistungsbilanz im Gleichgewicht zu halten. Auf einem nicht freien Devisenmarkt, wie er derzeit noch im Falle Chinas teilweise besteht, würde ein gleich bleibender Wechselkurs zu einer starken Zunahme der Devisenreserven im Land führen.

Welche Auswirkungen eine solche Konzentration hat, die nicht durch flexible Wechselkurse abgebaut werden kann, zeigt die Eurokrise. Deutschland häufte gegenüber dem europäischen Ausland hohe Forderungen an, die aufgrund der gemeinsamen Währung nicht durch steigende Wechselkurse neutralisiert werden konnten.

Langfristig sind Rubel-Longpositionen aussichtsreich

Langfristig kann daher eine Longposition im russischen Rubel ausgesprochen lukrativ werden. Wertet der Rubel nur bis zur Kaufkraftparität auf, entspräche das bereits einem ungehebelten Gewinn von 50%.

Anlegern zu Gute kommt die Zinsparität zu allen Währungen der Industrieländer. Die russische Notenbank setzte den Leitzins für den Rubel auf 8% fest. In Europa, den USA und Japan liegt das Maximalzinsniveau bei 2%.

Die Zinsdifferenz von mindestens 600 Basispunkten erhöht den Anlegergewinn, wenn Longpositionen im Rubel eingegangen werden. Denn bei diesem sogenannten Carry Trade zahlt der Anleger Zinsen in der einen Währung und erhält Zinsen in der anderen. Bei zum Beispiel einer EUR/RUB-Shortposition, die von einer Aufwertung des Rubels profitiert, beträgt die Zinsdifferenz 700 Basispunkte oder 7%.

von
Thomas Kallwass
Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.


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