Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.
Thomas Kallwaß in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
vom
Der größte Flächenstaat der Welt, Russland, ist nach 18 Jahren zäher Verhandlungen der Welthandelsorganisation WTO beigetreten. Die 153 Mitglieder stimmten der Aufnahme Russlands zu, das nun noch den Beitritt durch das russische Parlament ratifizieren lassen muss. Damit werden künftig 97 Prozent des Welthandels nach den Spielregeln der WTO abgewickelt.
Die Verhandlungen begannen bereits 1993, wurden dann aber aufgrund des Georgienkonflikts ausgesetzt. Georgien wollte einem Beitritt Russlands solange nicht zustimmen, bis eine Streitfrage über territoriale Ansprüche geklärt war. Als im November dann ein bilaterales Abkommen unterzeichnet werden konnte, war der Weg Russlands in die WTO frei.
100 Abkommen gelten jetzt auch in Russland
Politiker und Kommentatoren sprachen in diesem Zusammenhang von einem historischen Ereignis, das gut für alle Beteiligten sei. Denn mit dem Beitritt zur WTO begibt sich Russland endlich auf den Weg internationaler Standards. Die Mitgliedschaft bietet viele Vorteile für die russische Wirtschaft. Um die Vorteile jedoch in Wirtschaftswachstum und Wohlstandsgewinne umzumünzen, wird die russische Wirtschaft zunächst einen schwierigen Weg der Transformation beschreiten müssen. Denn durch die Aufnahme in die WTO fallen sukzessive Handelsbeschränkungen, wie Importzölle und -quoten. Die russische Wirtschaft muss sich jetzt dem internationalen Wettbewerb stellen.
Mit dem Beitritt treten rund 100 Abkommen in Kraft, die die russische Wirtschaft zunächst hart treffen werden.
Liberalisierung und Abbau von Handelsschranken
Importzölle für ausländische Waren und Dienstleistungen werden von derzeit durchschnittlich 10 auf 7,8 Prozent fallen. Russland erhebt auf fast alle ausländischen Waren und Dienstleistungen Importzölle und verschafft dadurch den heimischen Produzenten einen Wettbewerbsvorteil.
Dazu zählen Agrar- und Industrieprodukte aller Art, Holz, Papier, Fahrzeuge, Chemieprodukte und Elektromaschinen. Außerdem sollen Beschränkungen hinsichtlich einer Beteiligungsobergrenze an russischen Unternehmen in bestimmten Branchen wegfallen. Binnen vier Jahren nach der Ratifizierung sollen sich dann ausländische Unternehmen auch die Mehrheit an russischen Firmen aus der Telekommunikationsbranche sichern können. Bislang lag die Beteiligungsobergrenze bei 49 Prozent.
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