Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr ist Spiegelbild der Gesellschaft
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 25. Januar 2010, 19:00 Uhr
ENL5454
Mithilfe individueller, privat geleiteter Touren durch Süd-China und Nord-Vietnam konnte ich in den letzten vier Wochen hinter die offiziellen Zahlen und Kulissen schauen.
Und was ich erfahren habe, hat mir nicht immer gefallen. Die Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr ist dabei nur ein Spiegelbild der Gesellschaft. Auch wenn man es nicht glauben mag: In über 40% der vietnamesischen Beziehungen herrscht Gewalt gegenüber der Frau. Entsprechend hat die Zahl der Frauenhäuser in Hanoi in den letzten Jahren stark zugenommen. „Dabei geht es nicht um eine Ohrfeige oder Ähnliches. Hier wird ein Stuhl über dem Kopf der Frau zusammengeschlagen oder ein Ohr abgeschnitten", erzählt mir Christian Oster, der im Goethe-Institut in Hanoi unter dem Namen „HanoiKultour" eine hervorragende Agentur leitet.
Das lesen Sie in keinem Vietnam-Reiseführer, die immer noch von „kristallklarem Wasser" in der weltberühmten Halong-Bucht sprechen. Dort, wo sich die Touristenboote tummeln - offiziell wurden für die Halong-Bucht nur 80 Lizenzen vergeben, tatsächlich sind es aber über 500 Bootsunternehmen - , ist das Wasser alles andere als kristallklar. Hier wird der Müll von den Touristenbooten einfach über Bord geworfen. Auch über die sich dramatisch verschlechternde Menschenrechtssituation werden Sie kaum in einem Reiseführer lesen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Heinz Clas (25.01. 2010 20:53 Uhr):
Als ich nur Ihre Überschrift gelesen hatte " Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr" dachte ich, Sie sprächen von der Situation auf deutschen Autobahnen. "Raserei ohne Kontrollen wie bei uns, gibt es nirgendwo mehr in West Europa". Dank ADAC und Autolobby. Nach Vietnam brauchen wir garnicht zu schauen. Fahre 30-tausend KM/Jahr aber lieber einen Teil davon auf französischen Autobahnen. Besten Gruss!
Antworten - Kommentar von BAF (26.01. 2010 07:59 Uhr):
Diese Liebenswürdigkeit einerseits und diese unglaubliche Rücksichtslosigkeit in allen Bereichen des Lebens - auch des Wirtschaftslebens - ist erschreckend und lässt langfristig nichts Gutes ahnen. Aber in Vietnam sind die Zustände im Vergleich zu BURMA geradezu paradiesisch. Ausser in der Touristenregionen herrscht in BURMA blanker täglicher Terropr durch die Junta-Truppen (meist auch Kindersoldaten). Zwangsarbeit und Unterdrückung durch das Militär gibt es überall....und der Organhandel blüht..zu Gunsten der hochrangigen Offiziere.....eine "Welt-Schande"..und niemand guckt hin.
Antworten - Kommentar von mai minh (26.01. 2010 08:13 Uhr):
Wenn der Mann, der bei uns gekommen so schreiben. Der braucht nicht zweite mal hier kommen. Hier ist Vietnam, nicht Berlin oder so. Die Soziall nicht für die West bestimm. Also Asiatisch! Wir brauchen solche Menschen nicht, einfach nicht. Genau wie eine Fremden der nach Berlin kommen, die kann so wie so nicht nur wo Sch.. gelandet ist.
Antworten - Kommentar von Alex Kronert (26.01. 2010 09:23 Uhr):
Es ist mir voellig schleierhaft was die privaten Eindruecke ueber Thailand und nunmehr Vietnam in einem Anlegermagazin zu suchen haben. Solche Geschichtchen und Horrostories, die sich in allen Schwellenlaendern der Welt finden, sind fuer eine konkrete Investmentabsicht voellig unerheblich. Andernfalls duerfte in keinem Schwellenland oder Dritte-Welt-Land mehr investiert werden. Ich wuerde dringend empfehlen die Redakteure verfassen einen Alternativ-Reisefuehrer fuer ihre Reiserlebnisse und beschraenken sich im Profit-Radar auf die von den meisten Lesern erwarteten anlegerrelevanten Inhalte.
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