Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.
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Was war das nur für ein erfreulicher Sommer!
Das Wetter war nie wirklich sommerlich - bis zu den letzten beiden Tagen - aber es war trotzdem eine phantastische Ruhepause von der Alltagswelt zwischen September und Juli.
Doch jetzt bin ich in die Alltagswelt zurückgekehrt - ich habe den Zug zu einem Redaktionstreffen mit meinem neuen französischen Finanzmagazin genommen. Ich gehe mit dieser Veröffentlichung ein Risiko ein - denn ich habe ihm einen englischen Titel gegeben: MoneyWeek. Französisch ist vielleicht die Sprache von Proust, aber Englisch ist die Sprache des Geldes.
Anfang der Woche ist Öl auf den geringsten Wert in vier Monaten gefallen, nachdem Hurrikan Gustav von New Orleans weg steuerte und in Richtung des Parteitags der US-Republikaner. Jetzt scheint sich der Sturm zu legen - und er lässt Tausende von Menschen ohne Strom zurück. Schätzungen zufolge liegt der versicherte Schaden bei fast 10 Milliarden Dollar, aber die Stadt und die Ölplattformen vor der Küste wurden verschont.
Der arme John McCain: von Wind und Regen in den Hintergrund der Bühne gedrängt. Aber wer weiß, vielleicht schafft er ja ein Comeback. Abgesehen davon, hat er eine junge Frau als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin. Hey... jeder braucht seinen Kunstgriff. Die Demokraten haben diesen jungen schwarzen Mann. Und der hat einen alten weißen Mann als Vizepräsidentschaftskandidaten. Also, die Lose sind ausgeglichen. Jung-alt, weiß-schwarz, Mann-Frau.
Vergessen Sie nicht, Wahlen können - genauso wie die Märkte - lustig sein, vorausgesetzt man nimmt sie nicht ernst.
Die amerikanischen Märkte waren am vergangenen Montag geschlossen, aber die Welt des Geldes hat sich weiter gedreht. Die asiatischen Märkte sind Anfang der Woche heftig ausverkauft worden. Auch in Europa tendierten die Wertpapierkurse nach unten, allerdings in geringerem Ausmaße. Öl wurde mit 110 Dollar pro Barrel gleichzeitig schwächer.
Ihr sagt, der Anstieg des Ölpreises sei unausweichlich", sagte ich zum französischen MoneyWeek Team. Das ist eine kühne Behauptung, die ihr da aufstellt, oder?"
Nun, es steht außer Frage, dass der Ölpreis steigen wird. Das Angebot ist knapp und die Nachfrage steigt. Der Preis muss auch steigen - d.h. solange es nicht zu einem katastrophalen Wandel in der Weltwirtschaft kommt."
Ach, da ist immer ein bisschen Sand im Getriebe.. ein bisschen Sand kann sogar den fortschrittlichsten und mächtigsten Motor lahm legen."
Ein Anstieg des Ölpreises wirkte auch in den frühen Achtzigern unabwendbar. Genauso immer höhere Zinssätze - sogar von mehr als 20%. Und auch der Aktienmarkt ist gestorben; Das Business Week Magazin hat das auf der Titelseite verkündet. Der Tod der Wertpapiere", stand im August 1982 an den Zeitungsständen.
Aber all diese Dinge stellten sich, letzten Endes, doch als abwendbar heraus. Der Preis von Öl ist auf 10 Dollar pro Barrel gefallen, die Zinssätze haben mit 14% für die zehnjährigen Schatzanleihen den Gipfel erreicht. Und Aktien sind vom Totenbett aufgestanden und haben einen Tanz hingelegt, von einem Dow von 750 Punkten bis zu einem Dow von 12.000 Punkten... und mehr.
Die Finanzwelt hat in den frühen Achtzigern eine Kehrtwende gemacht. Nach einer Phase, die eine Generation andauerte und in der die Zinssätze gestiegen sind... woraufhin noch ein letzter Engpass folgte, beigefügt vom Vorsitzenden der Zentralbank, Paul Volcker... waren die Zinssätze bereit zu fallen.
Wie ich in der vergangenen Woche erklärt habe, gehe ich davon aus, dass die Finanzwelt kurz davor steht, wieder auf dem Absatz kehrt zu machen.
Nach einer so langen Phase der fallenden Zinssätze, sollten sie bereit sein, wieder zu steigen.
Die Kreditexpansion von 1982 bis 2007 wird sich in den nächsten Jahren zu einer Kreditschrumpfung verwandeln - zumindest gehe ich davon aus. Und auch hier erhält der vorangegangene Trend - unwissentlich - einen letzten Schubs von der Zentralbank. Aktuell können die begünstigten Unternehmen - die Mitgliedsbanken der Zentralbank - für weniger als die Hälfte der Verbraucherpreisinflationsrate Geld leihen. Damit liegt der wirkliche Zinssatz im negativen Bereich, bei ungefähr -3%.
Die Zentralbank verleiht ihr Geld auch an die kommerziellen Banken - die sie reguliert - und auch an die Investmentbanken, die sie nicht reguliert. Die Investmentbanken sind eben die Unternehmen, die aus dem Hypothekenmarkt das Hackfleisch gemacht haben, das er heute ist. Aber die Regierungsvertreter wollten nicht erleben, dass ihre Freunde und Unterstützer von der Wall Street das bekommen, was sie verdient haben. Also haben sie sie frei gekauft - öffentlich, wie im Fall von Bear Stearns... und heimlich, wie in den anderen Fällen auf der Straße.
Und jetzt stellen sich alle an, um Finanzspritzen zu bekommen. Die Regierungsvertreter haben bereits fast den gesamten Hausbestand des Landes verstaatlicht - indem sie Mae und Mac unterstützt haben. Und Detroit hat um 25 Milliarden Dollar gebeten - auch hier wieder mit einem negativen Zinssatz.
Wo ist das Ende dieser Schlange? Das ist keine rhetorische Frage.
Ich will es wissen, damit ich mich hinten anstellen kann.
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