Rückblick: Experten-Prognosen Dax 2010
Tom Firley in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 21. Dezember 2010, 18:00 Uhr
ENL5454
heute lesen wir in der Welt und auch auf der Internetseite welt.de, wie gut oder schlecht die Dax-Prognosen der Experten vor einem Jahr waren. Unter anderem ist dort zu lesen:
Sechs Experten haben mit ihrem vor zwölf Monaten aufgestellten Dax-Ziel für 2010 einen Volltreffer gelandet. Ihre Prognosen wichen weniger als fünf Prozent vom aktuellen Stand des Index ab.
Berechnet wurden diese „Volltreffer" mit einem Dax-Stand von 7.053 Punkten. Interessanterweise lagen die Dax-Prognosen der besten sechs Experten vor einem Jahr dreimal bei 6.900 Punkten und dann jeweils einmal bei 7.250, 7.300 und 6.800 Punkten... und keiner sagte 7.000 Punkte. Das bedeutet:
Herzlichen Glückwunsch!
Meine Dax-Prognose für 2010 hier im Investors daily von 7.000 Punkten (5. Januar 2010) hätte noch schwärzer ins Schwarze getroffen. Die Abweichung auf die oben genannten 7.053 Punkte liegt bei 0,75 Prozent! Die besten Bankexperten erreichten immerhin eine Abweichung von nur 2,2 Prozent. Nicht schlecht. Herzlichen Glückwunsch an Commerzbank, JP Morgan und UBS...
Was ich mir jetzt davon kaufen kann?
Gar nichts. Ist ja reine Glückssache. Im Nachhinein habe ich dafür auch keine glaubhafte Erklärung, weshalb ich (zumindest momentan) besser lag als die Bank-Experten.
Was sich die Bank-Experten wohl davon kaufen können?
Keine Ahnung. Allerdings haben die natürlich im Nachhinein alle eine Erklärung dafür, weshalb sie richtig lagen. Respekt!
Viel wichtiger als Prognosen
Hand aufs Herz: Eigentlich ist es doch im Nachhinein völlig egal, ob der Dax nun bei 7.000 oder 7.200 oder 6.800 Punkten schließt. Wichtig ist die Einschätzung der Tendenz, genaue Punktzahlen sind Schall und Rauch.
Allerdings weiß ich, was von meiner Seite noch viel wichtiger war, zumindest für Sie als Investors Daily-Leser. Und das schrieb ich Ihnen am 7. Januar 2010 im Beitrag Dax: Kurs-Korrektur:
Investors Daily vom 7. Januar 2010
Eine einfache Regel
Eine ganz einfache Chartregel besagt, dass eine Bewegung (aufwärts oder abwärts) ohne weiteres 30% korrigieren kann, ohne dass der Trend (bzw. die Bewegung selbst) in Gefahr gerät. Konkret:
Der Dax stieg von Anfang Juli 2008 von 4.572 Punkten auf aktuell (also im Januar 2010) in etwa 6.000 Punkte (oder 6.019 Punkte für heute, um genau zu sein...). Das sind insgesamt 1.447 Punkte. 30 Prozent hiervon sind etwa 500 Punkte. Das bedeutet, dass der Dax etwa bis auf 5.500 Punkte fallen kann, ohne dass die Aufwärtsbewegung „in Gefahr" gerät.
Absicherung
Natürlich wäre es nicht unklug, aktuell genau über dieses Szenario nachzudenken und sich ggf. über Short-Engagements abzusichern.
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Schauen wir mal, was damals dann passiert ist. Grün eingekreist ist der damalige Zeitpunkt (also 6.019 Punkte).
Chart Dax
Sie sehen es im Chart im linken Chartteil: Kurz nach meiner „Warnung" bzw. meines Absicherungs-Gedanken fiel der Dax auf 5.435 Punkte. Heute erwähne ich dies erneut, da ich momentan im Dax eine ähnliche Entwicklung sehe. Dabei kommt es aber auch darauf an, was in den nächsten Tagen noch in unserem Deutschen Aktienbarometer passiert. Die Korrektur-Gefahr wird natürlich umso größer, je höher der Dax steigt. Aber wie gesagt: Ein gewaltiges Überschießen über die 7.000er Marke halte ich für eher unwahrscheinlich.
Fazit: Dieser Korrektur-Hinweis vom letzten Januar, sowie mein stetiger Hinweis im Sommer auf den Oktober-Ausbruch (blau eingekreist im Chart) waren meine eigentlichen Volltreffer. Meine „7.000 Punkte im Dax"-Prognose war zwar erstaunlich treffsicher, doch unterm Strich nur Glück. Schall und Rauch, ich sagte es bereits.
Selbstverständlich werde ich mir zu Jahresanfang wieder den Spaß erlauben, eine genaue Marke zu nennen. Wesentlich interessanter wird meines Erachtens jedoch dann der von mir skizzierte Jahresverlauf sein.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Neben meiner Dax-Prognose, nannte ich Ihnen im Januar auch (ausnahmsweise mal ganz konkret) die Krones-Aktie als besonders beachtenswert. Immerhin ist diese Aktie bislang über 30% gestiegen. Weshalb ich damit dennoch nicht ganz zufrieden bin, verrate ich Ihnen morgen.
