Rückblick auf eine turbulente Woche
Daniela Knauer in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 05. März 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Nachdem wir am Montag noch ruhig gestartet sind, ging es seit Dienstag so turbulent weiter, dass diese Woche gute Chancen hat, in die Analen der Börsengeschichte einzugehen. Nicht nur die Aktienmärkte verzeichneten heftige Einbrüche, auch bei einigen Währungen ging es rund. Diese Volatilität hat mehr als einen Spekulanten auf dem falschen Fuss erwischt!
Am auffälligsten waren die Bewegungen in den beliebten Carry-Trade-Währungen, dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken (Beim Carry-Trade werden Kredite in einer schwachen Niedrig-Zins-Währung aufgenommen und damit in einer höher verzinsten Währung, in Aktien oder auch in Rohstoffen spekuliert). Unten sehen Sie einen 6-Monatschart des EUR/JPY mit den wichtigsten Unterstützungen und Widerständen und dem mittelfristigen Trend.
Quelle: www.Tradesignal.com
Noch ist hier der Trend intakt, so dass in der neuen Woche erst einmal eine Gegenbewegung auf die heftigen Verluste von über 500 Pips anstehen dürfte. Ein realistisches Ziel dafür ist der Widerstand im Bereich von 155,50.
Ob die Bewegung der letzten Woche längerfristig gesehen nur eine starke Korrektur im Aufwärtstrend wird, oder bereits der Beginn einer Trendwende ist, darüber herrscht große Unsicherheit. Die Devisenhändler der Banken streiten sich aktuell darüber, ob die Carry-Trades nun wirklich abnehmen werden, denn die Zinsunterschiede sind eigentlich immer noch groß genug, um eine komfortable Spekulation zu ermöglichen. Da es nicht einmal verlässliche Zahlen gibt, wie groß das Volumen der Carry-Trades wirklich ist (Schätzungen reichen von 300 bis zu 1.000 Mrd. USD), und wie viele Fonds damit spekulieren, kann auch ich Ihnen diese Frage nicht beantworten. Die Profis sind auf jeden Fall so uneinig wie schon lange nicht mehr. Und es wird weltweit darüber gerätselt, was diesen massiven Einbruch aus heiterem Himmel verursacht hat. Es sieht nicht so aus, als ob dafür allein der Mini-Crash in dem relativ unbedeutenden chinesischen Inlandsmarkt verantwortlich sein kann. Inzwischen machen Spekulationen die Runde, dass ein großer Fonds in Schieflage geraten sei und Positionen glattstellen muss. Wie im Mai 2006 werden wir auch dieses Mal wahrscheinlich erst in Wochen erfahren, was der wirkliche Grund für das weltweite Erdbeben war. Für wilde Spekulationen darüber dürfte in den nächsten Wochen also gesorgt sein.
Die Woche der Zinsentscheidungen steht an
Nicht nur die EZB wird in der nächsten Woche ihre erwartete und daher auch eingepreiste Zinserhöhung über 25 Basispunkte auf dann 3,75% verkünden. Viel spannender werden die Entscheidungen in Kanada, Australien, Neuseeland, Brasilien und Großbritannien werden. Hier ist durchaus noch die eine oder andere Anhebung der Zinsen möglich. Weitere wichtige Termine für die kommende Woche sind in den USA die Veröffentlichung des Beige Book und die Arbeitsmarktdaten am Freitag. Damit könnte dann auch wieder ordentlich Bewegung in das Währungspaar EUR/USD kommen. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Wirtschaftsdaten der kommenden Woche.
Termin Land Indikator
Montag, 05.03.
09:55 Uhr DE Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Januar
10:30 Uhr GB CIPS Dienstleistungen Januar
16:00 Uhr US ISM-Index nicht-verarbeitendes Gewerbe Januar
Dienstag, 06.03.
13:30 Uhr CH BIP 4. Quartal
14:30 Uhr US Produktivität ex Agrar 4. Quartal
14:30 Uhr US Lohnstückkosten 4. Quartal
15:00 Uhr KA BoC: Zinsentscheid
16:00 Uhr US Auftragseingang Industrie Dezember
23:30 Uhr AUS RBA Zinsentscheid
Mittwoch, 07.03.
01:30 Uhr AUS BIP 4. Quartal
12:00 Uhr DE Auftragseingang Industrie Dezember
20:00 Uhr US US-Notenbank: Beige Book
21:00 Uhr NZ RBNZ Zinsentscheid
22:00 Uhr BRAS COPOM Zinsentscheid
Donnerstag, 09.03.
12:00 Uhr DE Industrieproduktion Dezember
13:00 Uhr GB Bank of England Zinsentscheid
13:45 Uhr EU EZB Zinsentscheid
14:30 Uhr US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
Freitag, 10.03.
00:50 Uhr JP Auftragseingang Maschinen Januar
09:00 Uhr CZ BIP 4. Quartal
10:30 Uhr GB Industrieproduktion Dezember
14:30 Uhr US Arbeitslosenquote Januar
14:30 Uhr US Stundenlöhne Januar
14:30 Uhr US Beschäftigte außerhalb der Landwirtschaft Januar
14:30 Uhr US Handelsbilanzsaldo Januar
Einen guten Start in eine ereignisreiche Woche wünscht Ihnen
Daniela Knauer
