Rückblick auf 2011
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte
vom 6. Januar 2012, 07:30 Uhr
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Ich mache mit meinem Rückblick auf 2011 weiter. Zurück zum Anfang von 2011. Der Goldpreis stieg...von irgendwo im Bereich 1.400 Dollar im Januar...auf über 1.900 Dollar, bevor er bis zum Jahresende 2011 in den Bereich 1.500 Dollar zurückfiel. Ein weiteres solides Jahr für meinen Freund, Gold, mit anderen Worten.
Ein Anstieg um rund 10%. Wer kann sich darüber beschweren?
Währenddessen hat mich der Ölpreis überrascht. Es war so, als ob der nicht wusste, dass eine "Große Korrektur" abläuft. Der Ölpreis wurde durch das Gelddrucken der Fed beflügelt...und durch irgendetwas sonst. Die Spekulanten hatten Sorge, dass sich im Nahen Osten Freiheit und Demokratie ausbreiten könnten. Die US-Regierung unterstützte hingegen praktisch alle "alten Männer" in der Region. Sie reichte denen von Zeit zu Zeit ein paar Geldscheine rüber...zusammen mit Waffen und Folterwerkzeugen.
Dann - als die Winde der "Arabischen Revolution" drehten - wechselte die US-Regierung die Seiten. Mubarak und Gaddafi ging das Glück aus.
Die alten Tyrannen verschwanden. Niemand kümmerte sich darum. Und der Ölpreis blieb im Bereich 100 Dollar je Barrel.
Dann, im Juni 2011, lief "quantitative easing 2" aus. Dann übernahm eine andere Krise die Schlagzeilen. Trotz aller Rettungsbemühungen waren die kleinen Boote Europas dabei, zu sinken. Zuerst gingen die Iren unter. Dann begannen die Griechen zu sinken. Frankreich und Deutschland, auf dem einzigen trockenen Boden Europas, warfen denen Rettungsringe zu. Aber so bald sie ein Boot gerettet hatten, da begann ein anderes, undicht zu werden.
Die Griechen schimpften, weil sie mehr Geld wollten. Und die Deutschen lamentierten, weil sie nicht noch mehr Geld geben wollten. Die Investoren dachten, dass dies alles sei. Aber dann kamen die Spanier...und auch die Italiener zu sinken. Und dann begannen sich die Spekulanten zu fragen, was mit den Franzosen sei. Wenn man die Zahlen anschaute, dann sah man, dass es keinen großen Unterschied in den Staatsfinanzen Spaniens, Italiens und Frankreichs gab. Alle Lateiner waren tief verschuldet. Und keiner schien einen ernsthaften Plan zu haben, wie sie da rauskommen würden.
Es war eine Sache, die Griechen herauszuboxen...aber wer hatte genug Geld für die Italiener? Die waren der größte Schuldner der Welt. Und die Franzosen? Vergessen Sie es.
Silvio Berlusconi war ein besonderer Fall. Der italienische Präsident schien nicht mitzuspielen wollen - er schien nur spielen zu wollen. Die Banken wollten, dass er das Spiel mitmacht...so tut, als ob er die Staatsausgaben kürzen würde...so tut, als ob er ernsthaft sparen will. Berlusconi machte nicht mit.
Die Renditen der italienischen Anleihen stiegen daraufhin. Ob es Spekulanten waren...oder die Euro-Insider selber, die dies veranlassten...ich weiß es nicht.
Aber irgendjemand wollte, dass der gewählte Regierungschef Italiens geht. Berlusconi trat zurück, als die Rendite der italienischen Anleihen in den Bereich 7% gestiegen war, und er machte Platz für einen Mann namens Monti.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Elmar Vogt (06.01. 2012 11:08 Uhr):
Hallo, Herr Bonner wie beurteilen Sie die Aussage des Herrn Sinn hinsichtlich der "verliehenen Druckerpresse" im Zusammenhang mit "Target 2". Da kann sich doch vorerst jeder Pleitestaat auf Kosten (vor allem) von Deutschland selbst aus dem Schuldensumpf ziehen? Dagen sind die Rettungsschirme doch peanuts!?
Antworten - Kommentar von klauspeter romberg (07.01. 2012 22:00 Uhr):
Was halten sie von Peak-Oil,Peak-Gas etc.? Vielleicht ist der Ölpreis aus diesen Gründen da wo er steht und wird deshalb weiter steigen
Antworten - Kommentar von Franz Steinbauer (08.01. 2012 11:02 Uhr):
Nicht "irgendwer" hat Papademos und Monti eingesetzt, sondern die wahren Mächtigen dieser Welt. Offensichtlich hat der Hut zu sehr gebrannt, sodass die weltweit herrschende faschistische Finanzoligarchie sich genötigt sah, sogar das ansonsten übliche "Demokratietheater" beiseite zu lassen.
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